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zwiefach 05 - 2020 Editorial

editorial

»Ich singe, was ich nicht sagen kann!« Volksweisheit

Liebe Sänger & Musikanten, liebe Leserinnen & Leser!

Ist Ihnen schon mal eine neue Melodie eingefallen? In der Badewanne? Beim Waldspaziergang? Mitten unter Leuten oder in der Abgeschiedenheit? Von Ferdinand Neumaier (1890  – 1969), der Macher einer Vielzahl von Waldlerliedern der 1950/60er-​Jahre ist, wurde überliefert, dass ihm seine musikalischen Einfälle oft beim Radlfahren und Schwammerlsuchen »zuflogen«. Beim Schneiden des selbst gezüchteten Tabaks erprobte der aktive Naturfreund und passionierte Raucher dann meditativ summend seine eigenen Melodien auf ihre Tauglichkeit und brachte sie schließlich am Klavier in Reinform. So entstanden Ohrwürmer wie das zur Hymne des Bayerischen Waldes gewordene Mir san vom Woid dahoam oder die beliebte Waldlermesse.

Neumaier veröffentlichte seine Lieder unter seinem Namen, prominente Kollegen wie der Oberbayer Wastl Fanderl (1915  – 1991) brachten ihre Lieder erst mal bei Singstunden und Sängertreffen unters Volk, um sich erst wesentlich später als deren Liedermacher zu outen. Es war ihnen wichtig erst die unvoreingenommene Reaktion der Sänger und Zuhörer abzuwarten und sich dann als musikalischer Schöpfer im Volkston dazu zu bekennen.
Auch heute entstehen ständig neue Lieder. Manche Ensembles schmieden gemeinsam an ihren Texten und Melodien, andere überlassen es einzelnen, besonders talentierten Gruppenmitgliedern. Manchmal ist es ein schleichender Prozess, bis das »Werk« schließlich aufführungsreif ist, manchmal sitzt der erste Versuch auf Anhieb. Warum werden neue Lieder gedichtet und komponiert? Weil es oftmals einen Anlass gibt, sie ihrem Umfeld etwas mitteilen wollen und in vielen Menschen einfach eine unbändige Kreativität steckt, die sie gerne ausleben. Und da macht es gar keinen Unterschied, ob einer auf kleiner bescheidener musischer Flamme kocht oder ob er sein Handwerkszeug professionell studiert hat.
In diesem Heft stellen wir ihnen einige aktuelle Liedermacher aus Bayern und Österreich vor, die lokal, regional oder gar international wirken. Sie alle verbindet die Liebe zur Musik, zum musikalischen Ausdruck und der Wunsch andere an ihren Gedanken und Ideen teilhaben zu lassen – mal im kleinen Kreis, mal auf großer Bühne.
Ich kann Sie abschließend nur ermuntern, lassen auch Sie ihrem Einfallsreichtum und Ihrer Gestaltungskraft freien Lauf. Sie werden staunen, wieviel Spaß es Ihnen macht ein paar Reime für die Geburtstagsfeier des Nachbarn aufs Papier zu bringen, die Frischvermählten bei der Hochzeitsfeier auszusingen oder ganz staad für sich alleine auf einer Parkbank oder unterm Gipfelkreuz eine kleine Melodie zu summen. Klingt ein wenig kitschig, ist aber ein unbeschreibliches Gefühl!

Bleibn s’ gsund!
Ihr Roland Pongratz

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