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»Noar« und Liedermacher

»Noar« und Liedermacher

Andreas Safer über seine Tätigkeit als alpenländischer Komponist und Liedermacher

Andreas Safer, steirischer Komponist, Liedermacher und Gründungsmitglied der (Kult-)Band Aniada a Noar gibt Einblick in seine Geschichte und Entwicklung als zeitgenössischer alpenländischer Liedermacher und seine Herangehensweise an das Liedermachen. Mit Aniada a Noar zählt er seit 39 Jahren zu den Pionieren der sogenannten »Neuen ­Volksmusik« und hat über 20 Tonträger veröffentlicht.

Text: Andreas Safer Fotos: Archiv Andreas Safer, Ulrike Rauch, Johannes Gellner

Ich war 18, als ich gefragt wurde, ob ich Geige spielend und singend der Countryband Folkfriends (später Aniada a Noar) beitreten möchte, und ich habe ja gesagt. So begann ganz unspektakulär meine Laufbahn als Berufsmusiker, nachdem ich acht Jahre Geigenunterricht an verschiedenen Musikschulen in der Weststeiermark »genossen« hatte.

Damals gab es kein Internet und kein Youtube, wo man Texte, Noten und Quellen recherchieren konnte. Schallplatte und Musikkassette waren die wichtigsten Begleiter beim oft mühsamen »Runterhören« und Erlernen bekannter Hits wie zum Beispiel Jambalaya. Wir versuchten möglichst nahe an das Original heran zu kommen, ahmten den amerikanischen Slang nach, und wussten oft nicht, worum es im Song eigentlich ging. Merkwürdige Zeiten waren das, hintennach betrachtet.
Nach einigen Festivals im Ausland standen wir vor der Entscheidung, wohin »unsere« Musik gehen sollte. Denn dort trafen wir auf fantastische Musiker aus Italien, Ungarn oder Irland, die höchst kreativ ihre traditionellen musikalischen Wurzeln mit zeitgenössischen Stilen mischten und noch dazu in ihrer Muttersprache sangen! Das war am Beginn der 1980er Jahre.

Erste »eigene« Versuche

Durch verstärkte Beschäftigung mit Musik und das regelmäßige Üben entstanden »wie von selbst« melodische Fragmente, die ich zu ersten Tänzen zusammenbaute. Wiederholen, eine Nacht darüber schlafen, aufnehmen, nach ein paar Tagen wieder hören, waren nötig, um das für mich beste Ergebnis zu finden, »learning by doing« war die Devise. Mit Noten arbeiteten wir damals nie. Hätte auch wenig Sinn gehabt, konnten doch nicht alle in der Band Noten lesen. Ich spielte den anderen meine neuen Ideen vor, wenn ich mir einigermaßen sicher war, dass sie was taugten. Dann wurde diskutiert, herumprobiert, verändert, arrangiert und im besten Fall öffentlich aufgeführt. Persönliche Hörgewohnheiten waren maßgeblich verantwortlich dafür, wie die Stücke letztlich klangen und Irische Musik, skandinavische, Musik vom Balkan … was eben damals in Folk-​Kreisen modern war, floss stilistisch ein.

Aber was war mit den eigenen musikalischen Wurzeln? Das Wunschprogramm auf dem Regional-​Radiosender Ö-​Regional sprach uns nicht an. Beim Steirischen Volksliedwerk fanden wir offene Türen. Die Musikantenwochen, und Musikstammtische die wir besuchten, hatten es in sich, eine neue, inspirierende Welt voll begnadeter MusikerInnen und SängerInnen tat sich für uns auf.
In dieser Zeit wagte ich mich an meine ersten Lieder. Die Liebe half mir bei romantisch verträumten, zuerst noch in hochdeutscher Sprache verfassten Texten. Ich baute das musikalische Motiv um den Refrain herum, der war meist als erster gefunden. Aber den Inhalt über das Versmaß, mit einer sich im Ohr festsetzenden, passenden Melodie zu verquicken, das war die eigentliche Herausforderung und ist es noch, auch wenn die Herangehensweise an Liedkompositionen heute stark variiert, dazu später.

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