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kindsköpf

Dem Mond seine Leibspeis’

Mit der Serie »Kindsköpf« will die »zwiefach« allen Eltern, Lehrern, Erziehern oder Gruppenleitern unter die Arme greifen, die ihre Schützlinge für die Volksmusik, für das Singen, Tanzen und Musizieren begeistern wollen. Professionelle Musikpädagogen und begeisterte Lehrer, erfahrene Referenten und mitreißende Volksmusikpfleger stellen in dieser Rubrik Material und Informationen zur Verfügung und verraten ihre Tipps und Tricks, wie und welche Lieder, Stückl und Tänze sie dem Nachwuchs schmackhaft machen.

Sonnenwiese, so heißt die Straße, in der Richard Ermeier in Mainburg lebt. Scheinbar haben ihn dort nicht nur die Sonnenstrahlen gekitzelt, sondern auch die Musen geküsst. In breit gefärbter Mundart singt und erzählt er selbstgemachte Gschichten – mal für Erwachsene, mal für Kinder. Die Lieblingsgeschichte seiner Familie, die augenzwinkernd die Mondphasen erklärt, hat er jetzt für alle kleinen und großen Himmelsgucker zusammen mit zauberhaften Illustrationen seiner Tochter Sophia als Buch herausgebracht. Roland Pongratz hat sich mit ihm darüber unterhalten.

  • In der Verlagsvorstellung heißt es: »Ritsch Ermeier: Hallertauer Rundfunkredakteur, Musikant, Liederschreiber, Gstanzlsänger, Geschichtenerfinder …« Klingt ganz schön kreativ. Magst Du uns erzählen, was sich hinter all diesen Begrifflichkeiten verbirgt?

Oh, des is schwierig, aber ich versuch’s! Vielleicht kommt ja des eine vom andern oder umgekehrt. Jedenfalls ist es ja losgegangen mit der Musik als kleiner Knirps. Da hab ich im zarten Alter von sechs Jahren das Quetschenspielen gelernt, bei unserm Dorfmusikanten in Au/Hallertau, dem Giede Hardde. Auch mein Vater hat Akkordeon gespielt, und den hab ich immer bewundert, wenn er zu Hause wie in Ekstase die alten Schlager musiziert hat. Mit einem Freund habe ich in den 1970ern auch als Auer Buam die Bühnen erobert, beim ersten Auftritt begleitet vom Eberwein Mich sen., dann von meinem Vater und als ich soweit war dann von mir.
Aiso de Musik hat mich schon immer fasziniert! Später bin ich dann immer öfter allein aufgetreten, und hab z. B. für Geburtstage auch Gstanzl gedichtet, Geschichten gschrieben …! Anfangs war das mehr Hobby, aber später ist das dann immer mehr beruflich geworden, bis mich schließlich die Kreativität auch zum Radio gebracht hat. Erst bei Charivari Regensburg, dann bei Radio Trausnitz in Landshut, immerhin fast 20 Jahre lang war ich da. Seit über 15 Jahren bin ich auch der Quetscherer von Sauglocknläutn wo ich mich mit jeder Menge selbst geschriebener Lieder einbringe. Praktisch bin ich gelernter Einzelhandelskaufmann, staatl. geprüfter Betriebswirt und Rundfunkredakteur. Das sind meine Ausbildungen. Und als dann meine Kinder auf die Welt kamen (heute 23, 21 und 9 Jahre), ist dann auch noch das Geschichtenerzählen dazu gekommen. Also selbst erfundene Gute Nacht Gschichten, des hot scho sei miassn!

  • Kürzlich hast Du zusammen mit Deiner Tochter Sophia Ermeier ein bayerisches Kinderbuch herausgegeben: Dem Mond seine Leibspeis’. Um was geht’s in dem Buch und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

In dem Buch geht’s da drum, warum der Mond immer wieder ab- und zu nimmt. Ganz einfach. Die Geschichte hab ich meinen Kindern ganz oft am Lagerfeuer erzählt, bei Vollmond, bei Halbmond, bei Neumond. Ja, die fragen halt so viel, da muss man sich schon was einfallen lassen. Der nimmt einfach zu, weil Mondspatzl seine Leibspeis sind. Und da kann und will er sich nicht mehr einbremsen beim Essen. Auf die Dauer kann das natürlich nicht gut gehen. Ich weiß wirklich nicht, wie oft ich die Geschichte erzählt hab, aber vor einiger Zeit kam dann die Idee auf, das Ganze als Buch zu veröffentlichen. Und nachdem die Sophia, sie hat die Keramikschule in Landshut absolviert, so schön und gut zeichnen kann, hat sie von mir den Auftrag bekommen, das Buch zu illustrieren. Nach a paar Anlaufschwierigkeiten hammas dann auch tatsächlich gschafft, mit dem Volk Verlag einen ­subba Verlag gefunden und das Buch rausgebracht. Eigentlich wären wir damit dieses Jahr auch auf der Leipziger Buchmesse gewesen, aber die ist ja wegen Corona leider ins Wasser gefallen.

  • Und als Dreingab’ gibt’s jetzt auch noch das passende Mondspatzlliad dazu. Hast Du schon mehr Kinderlieder oder Projekte mit Kindern gemacht?

Ich hab tatsächlich schon mehrere Kinderlieder geschrieben, zum Beispiel Wenn i mitm Babba an Gallimarkt gäh, aber die Notizen finden wir momentan leider nicht, die tauchen bestimmt mal wieder zwischen irgendwelchen Ordnern auf. Projekte mit Kindern, da bin ich immer gleich dabei. Beispielsweise hab ich in verschiedenen Schulen den Kindern das Holledauer Liad beigebracht und ihnen ganz viel vom Hopfen, von der Hopfenzupferei, auch wies früher war, erzählt, gestützt auf mein Hörbuch De Holledau gsagt und gsunga. Seit Kurzem bin ich beim Mainburger Stadtführerverein und auch da bieten wir spezielle Kinderführungen an, des is eine Riesengaudi, wenn man den Kindern erzählt, dass eine Flaschenpost, eingeschmissen in die Abens in Mainburg, tatsächlich mal in der Türkei landen könnt.

  • Welche Erfahrungen hast Du als Liederschreiber, Geschichtenerfinder oder Musikant bei Deinen Auftritten mit Kindern gemacht?

Kinder sind ein pfundiges Publikum, besser geht’s eigentlich nicht. Sie sind wissbegierig, verstehn auch Spaß und gehen völlig unbefangen an neue Dinge ran. Als ich bei einer Buchvorstellung, noch vor Corona, auch das Mondspatzlliad mit den Kindern einstudierte, waren sie voll dabei, der Refrain kam aus vollen Kehlen. Vor kurzem hatte ich auch so eine Kinderstadtführung in Mainburg anlässlich eines sechsten Kindergeburtstages. Acht Burschen, alles Erstklässler. Na sauber, habe ich mir gedacht, die wollen doch beim Kindergeburtstag lieber Fußball spielen. Aber – da hatte ich mich getäuscht: Am Ende sagten die Buam fast wie im Chor: »So einen Kindergeburtstag wünsch ich mir auch«, da war ich ganz schön baff, aber natürlich auch hocherfreut. Dass der Dialekt leider immer weniger wird, mei, des is halt so, da kann man höchstens an die bayerischen Eltern appellieren: »Redts boarisch mit de Kinder, des is des Beste!»

  • Hast Du noch einen Tipp für Eltern parat, wie man seine Sprösslinge für Musik und speziell fürs Singen begeistern kann?

Jeder kann singen, ob’s dann auch schön ist, das ist was anderes! [Schmunzelt!] Aber wenn die Kinder schon von klein auf hören, wie Babba oder Mama was vorsingen, vortanzen, im Takt wippen oder klatschen, dann geht das sicher nicht spurlos an ihnen vorüber. Und wenn man meint, man kann selbst partout nicht singen, dann gibt’s ja noch viele andere Möglichkeiten, die Kinder an Musik heranzuführen. Auf jeden Fall sollte nie der Spaß verloren geh’n, nicht vom Tennis zum Chor hetzen, vom Chor zum Fußball und dann zum Geigenunterricht. Das ist zu viel. Singen, z. B. einfach auch bei der Autofahrt, des is a Gaudi und schweißt auch zusammen!


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