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Jahrzehntelange Erfahrung und Freude mit dem Volkstanz

»Bairisch Tanz’n zwischen Tradition und Geselligkeit« zu Gast auf BR-​Heimat

So eine Live-​Sendung im Radio ist eine spannende Angelegenheit. Nicht nur für Studiogäste, die den 83. Geburtstag schon hinter sich haben, wie Ingeborg Heinrichsen aus Geretsried, sondern auch für Willi Stappert von den Aubinger Spuileit und Carmen E. Kühnl, die Vorsitzende des Vereins für Volkslied und Volksmusik (VVV). Evi Strehl hatte am letzten Schultag vor den Sommerferien in ihre Sendung »Servus« eingeladen und die »zwiefach« war aus nächster Nähe mit dabei.

Text: Carmen E. Kühnl Fotos: BR, Werner Grimmeiß, Carmen E. Kühnl

Jahrzehntelange Erfahrung und Freude mit dem Volkstanz

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die ehemalige Volksschullehrerin Heinrichsen, die über mehr als 40 Jahre Erfahrung als Tanzleiterin und -forscherin verfügt. Evi Strehl stellte sie den Hörern als international anerkannte und vielfach ausgezeichnete Tanzexpertin vor. Den musikalischen Auftakt machte die Teisendorfer Tanzlmusi mit der Stelzenberger Polka von Sigi Ramstötter. Ingeborg Heinrichsen hatte als Studentin an einer Singwoche in Südtirol teilgenommen und ihn dort zusammen mit Wastl Fanderl und Georg von Kaufmann kennengelernt. »Damals ist der Volkstanzfunke auf mich übergesprungen.«

Seither ist die Volkstanzszene in Bayern vielfältiger geworden. TänzerInnen, die Choreographien entwickeln, sind jedoch nach wie vor rar. So hat der VVV gern der Bitte seines langjährigen Mitglieds Ingeborg entsprochen, ihre Choreographien auf historische Tanzmusiken herauszugeben. In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Zukunft Volkstanz (AK) sollte eine Veröffentlichung entstehen, die Jung und Alt anspricht und zur Nachahmung anregt. YouTube ist ein geeigneter Kanal, um dort Videos der einzelnen Tänze kostenlos verfügbar zu machen. Zusammen mit einem Buch und Tonaufnahmen für die Verwendung in Tanzkreisen soll das Einstudieren der Choreographien auch ohne spezielles Seminar gut gelingen. Mit der finanziellen Unterstützung von institutionellen Zuschussgebern (siehe Kasten) und privaten Paten und Patinnen konnte der Verein das Projekt durchführen. Und dank unzähliger ehrenamtlich geleisteter Arbeitsstunden vom Projektteam (Werner Grimmeiß, Maria Karwinsky und Carmen E. Kühnl) und von anderen werden Buch und CD nun fertiggestellt.

Mit »Dirndl, tanz mit mir« hat alles angefangen

Im BR-​Studio mit dabei war ein Plakat von 1982. »Sepp Hornsteiner wollte damals unter dem Titel ‹Dirndl, tanz mit mir› mit seinem Ensemble Musica classica popularis Tegernsee Konzerte mit Tanzvorführungen veranstalten. Einige Tänze auf die Musik von Herzog Max in Bayern sollten mit dabei sein. Und da mir zur Melodie der Bayerischen Oberländer Tänze keine Tanzformen bekannt waren, musste ich mir dazu meine erste Choreographie einfallen lassen,« erinnert sich die Tanzmeisterin. Seither hat sie z. T. zusammen mit ihren Tanzkreisen rund 40 weitere Neuschöpfungen aus historischen Bausteinen entwickelt.

Evi Strehl konnte ihren Hörern dazu erstmals gesendete Kostproben aus der neuen CD bieten, u. a. den Kontratanz Himmelsgestirn, den Verbandelungswalzer, den Sendlinger Galopp, die Stephaniepolka oder Ingeborgs meist getanzte Choreographie, den Isarwinkler Landler.

Schirmherr für das Projekt mit Buch, CD und Videos auf YouTube ist der Ururenkel des »Zither-​Maxl«

Für den Verein ist es eine große Ehre, dass Seine Königliche Hoheit, Herzog Max Emanuel in Bayern, das Vorhaben als Schirmherr unterstützt. Das Buch Bairisch Tanz’n zwischen Tradition und Geselligkeit mit gut 200 Seiten im DIN A4 Format enthält 43 Choreographien zu Stücken von Herzog Max in Bayern, Franz Graf von Pocci sowie einer Reihe von Volksweisen und Kompositionen alter Meister. Zu jeder Beschreibung gehören die entsprechenden Skizzen der Schrittstellung sowie ein einstimmiger Notensatz, den Ingrid Engel erstellt hat. Sämtliche der ca. 200 Schrittzeichnungen stammen von Maria Karwinsky, Leiterin vom Tanzkreis Freising und Vorstandsmitglied im AK. Sie hat auch Ingeborgs Tanzbeschreibungen bearbeitet. Zahlreiche Illustrationen im Buch stammen von Marianne von Kaufmann. Mit Erlaubnis der Familie von Kaufmann dürfen wir diese für unser Projekt verwenden. Die Forstmeistersgattin hat nicht nur 1965 den VVV mitgegründet – u. a. mit Annette Thoma, Clara Huber, Lisl und Wastl Fanderl – sondern auch für die bekannten Notenbüchl ihres Mannes Georg von Kaufmann die Illustrationen erstellt.

Werner Brandlhuber, der schon die Jubiläums-​CD des VVV 100 Jahre Wastl Fanderl – 50 ­Jahre VVV aufgenommen hatte, ist verantwortlich für die Neueinspielungen der Stücke durch Interpreten aus Ingeborgs Freundeskreis (u. a. Franz Mayrhofer und I Musicanti Bavaresi, Willi Stappert und die Aubinger Spuileit, Thomas Finkbeiner und Ensemble, Martin Werner und Ingrid Engel). Die Doppel-​CD ist speziell gemacht für den Gebrauch in Tanzkreisen, die oft keine Live-​Musikanten zur Verfügung haben.

Willi Stappert erläuterte in der Sendung, dass Musik für Figurentänze ganz andere Anforderungen erfüllen muss als für Rundtänze oder gar zur Unterhaltung auf Veranstaltungen. »Besonders wichtig ist die Geschwindigkeit. Man braucht ein Vorspiel und oft auch ein Nachspiel. Die Musikanten orientieren sich ausschließlich an den Tanzenden, dem Tanzleiter und an der Choreographin, die bei allen Aufnahmen mit dabei war.«

»Mit Videos auf YouTube haben wir gezielt den Kanal zu jüngeren Tänzern und Tänzerinnen gesucht«, berichtete Projektleiterin Carmen E. Kühnl. »Und die Klickzahlen bestätigen, dass wir damit richtig liegen. Die erste Aufnahme ist im August 2017 mit dem Heimat- und Brauchtumsverein die Lechler entstanden. Weitere Tanzkreise wie La Morusca, Thomas Morus oder Innsbruck sind zwischenzeitlich auf YouTube.com/Ingeborg Heinrichsen hinzugekommen. Und es werden immer mehr. Denn die Paten und Patinnen, die das Projekt mit einem finanziellen Beitrag unterstützen, nutzen unser Angebot, ›ihren‹ Tanz einzustudieren und aufzunehmen.«

www.volkslied-volksmusik.de

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