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Das richtige Gwand zum Wohlfühlen

Das richtige Gwand zum Wohlfühlen

Ein Gespräch mit Susanne Wiesner über Tracht im Alltag, im Beruf, an ­Festtagen – und darüber, dass man bloß nichts wegschmeißen sollte!

Text und Interview: Eva Geiger-​Haslbeck Fotos: Dominik Schachten

Zu unserem Interview kommt Susanne Wiesner direkt vom Dreh: Gerade steht sie für die neue BR-​Webserie 3 Frauen, 1 Auto mit Luise Kinseher und Angela Ascher vor der Kamera. Im Frühjahr gibt es hoffentlich wieder neue Zammg’spuit-​Aufzeichnungen, schließlich mussten die Wintersendungen ja coronabedingt ausfallen. Für den Bayerischen Brauerbund begleitet Wiesner seit diesem Jahr verschiedene Veranstaltungen als Moderatorin. Mit zwei Freundinnen macht sie als Perlseer seit 2007 Musik. Und in der Hutmacherei ihres Mannes schmeißt sie den Laden hinter den Kulissen. Dazu kommt die Familie und eben alles, was drumherum noch anfällt – Susanne Wiesner ist also gut beschäftigt! Und dann, ja dann gibt’s ja auch noch ihr eigenes Modelabel: Die zweite Kollektion von BellaSusi kommt im Frühjahr auf den Markt. Susanne Wieser und ihre Schwester Isabella haben sich hier das Thema Tracht vorgenommen. Hochwertige Tracht, die gut passt, schön ausschaut und viele Varianten bietet. Genau darüber möchten wir mit ihr Reden: Übers Gwand – und darüber, was es alles kann.

  • Liebe Susanne, Hand aufs Herz, in der Trachtenwelt – wer ist eitler? Die Herren oder die Damen?

Aus dem G’schäft kann ich sagen: schon die Frauen. Es gibt bei den Männern Ausnahmen, aber an sich ist der Mann sehr unkompliziert, das muss man schon sagen.

  • Deine Familie betreibt ja seit gut sieben Jahren ein eigenes Trachtengeschäft – Trachten Brückner – in Bad Endorf. Und Du hast in eine Hutmacherei mit Trachtengeschäft »eingeheiratet«, die Hutmacherei Wiesner. Hast Du viel mit Trachten-​kaufwilligen Kunden zu tun?

Im Geschäft meiner Familie war ich schon von Anfang an dabei, allerdings lieber im Hintergrund. Mir liegt es, Stoffe und Schnitte auszuwählen und zum Beispiel den Einkauf zu organisieren. Was ich gut verkaufen kann, sind Hüte. Das liegt aber auch daran, dass die Leute da wirklich Rückmeldungen haben wollen. Gerade beim Hutkauf muss man sehr ehrlich sein, und das kann ich sehr gut.

  • Mit BellaSusi hast Du seit einiger Zeit eine eigene Trachtenmarke mit Deiner Schwester. Was ist die Idee dahinter?

Wir haben einfach sehr genaue Vorstellungen, was uns gefällt. Und wir setzen sehr gern unsere Ideen um! Im Laden hatten wir immer schon Dirndl ganz verschiedener Hersteller. Dann haben wir langsam angefangen, selber Stoffe zu bestellen, um einzelne Designideen umzusetzen. Und wenn Du bestimmte Stoffe haben oder Dir sogar mal etwas weben lassen möchtest, musst Du gewisse Mengen abnehmen. Also haben wir auch größere Mengen produziert. Das hat sich nicht nur für uns rentiert, sondern auch für andere Geschäfte, die uns Teile abgenommen haben. Damit ist nach und nach die eigene Marke entstanden und war schnell viel mehr als nur ein Hobby.

  • Was möchtet Ihr bei Euren Gwanda anders haben?

Oft geht es nur um Details. Es gibt wunderschöne Dirndl, und dann gibt es eine Rüsche oder einen Knopf zu viel, und das ganze Teil ist optisch kaputt. Oder auch der Schnitt: Ich mag die Dirndl nicht so wahnsinnig unterbusig geschnitten. Bissl eingepackt soll es ausschauen, aber auch nicht zu bieder.

Früher haben wir uns eigentlich alle Dirndl schneidern lassen. Von dem Qualitätsanspruch kommen wir und haben auch versucht, diesen Anspruch auf Konfektionsware zu übertragen. Unsere Dirndl sollen so sitzen, als wären sie von der Schneiderin.

  • Das ist ein ehrgeiziger Ansatz! Wie kriegt man das bei Konfektionsware hin?

Wir haben einen sehr guten Schnittmacher. Es gibt ja immer wieder Durchschnittsfiguren, an denen man sich orientiert, zur Zeit ist das eine ungefähre Größe 38, aber auch die verändert sich lustigerweise immer wieder, wird zum Beispiel länger oder kürzer. Wir lassen außerdem überall mehr Stoff drin, auch in der Länge, so dass man was rauslassen kann. Das lohnt sich, weil man jedes Dirndl so noch individuell anpassen kann. Zu Anfang hatten wir zum Beispiel das Oberteil ungefähr zwei Zentimeter kürzer, haben aber festgestellt, dass fast immer ein paar Zentimeter zugegeben werden mussten. Wir haben es also in der aktuellen Kollektion etwas länger, das ist eine gute Ausgangslage, um die richtigen Proportionen zu finden.

  • Wie läuft es denn, mit der Schwester ein Unternehmen zu haben? Seid Ihr euch immer einig?

Meine Schwester und ich verstehen uns wirklich blind. Und auch, was Sachen betrifft, die der anderen vielleicht nicht gefallen, sind wir total offen miteinander. Manchmal fallen dann ein paar sehr ehrliche Worte, und dann ist’s wieder gut. Wir haben aber auch die Aufgaben so verteilt, dass jeder das tun kann, was er gut kann. Die Bella ist mehr für Werbung und Händler zuständig und dafür, dass die Kollektionen hergezeigt werden. Ich besorge Stoffe, bestelle, kümmere mich um die Produktion und das Büro.

Letztlich ist das ja ohne Druck entstanden, wir haben nicht nach einem weiteren Standbein gesucht, sondern gesagt: »Wenn wir schon was machen, dann machen wir’s einfach gleich gescheit!« Und dafür, dass bislang wenig los war – vor allem wegen Corona – läuft es echt super. Wir haben schon Bestellungen für Gwanda, die noch nicht mal fertig sind. Zu uns kommen oft Leute, die ein bestimmtes Dirndl gesehen haben und genau das haben wollen. Das freut uns natürlich.

  • Ihr habt ja in der neuen Kollektion nicht nur Dirndlgwanda, sondern auch Röcke, Blusen und einiges mehr. Was meinst Du – gehört im Alltag mehr Tracht getragen?

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