Wenn Träume wahr werden

Lukas Bruckmeyer: Musiker, Arrangeur, Komponist, Unternehmer

Lukas Bruckmeyer erblickte Mitte April 1993 das Licht der Welt. Wie viele im Sternzeichen Widder geborene hat auch er einen starken Willen und verfügt über eine offene und positive Lebenseinstellung. Er gehört zu den unerschütterlichen Optimisten und Siegertypen – was er anfasst, gelingt ihm auch meistens. Dazu kommt sein hohes musikalisches Talent. Ideale Voraussetzungen, um sich im Bereich Musik in die Selbstständigkeit zu wagen. Roland Pongratz hat mit dem jungen Trompeter und Unternehmer gesprochen.

Interview: Roland Pongratz Fotos: Donauton

  • Lieber Lukas, wir haben uns vor etwa einem Jahr in der Volksmusikakademie in Bayern kennengelernt, als Du mit weiteren Studierenden der Hochschule für Musik und Theater München dort zu Gast warst. Wie ist es aktuell um Dein Studium bestellt?

Lukas Bruckmeyer: Ja das ist richtig – wir waren im Herbst 2020 mit einer Gruppe Studenten in Freyung zu Gast und durften eine Woche lang Seminare, Gruppenunterricht und Proben anleiten sowie ein Konzert organisieren. Das war damals kurz vor meinen Prüfungen und wir haben sozusagen die Möglichkeit bekommen, die pädagogischen Mittel und Möglichkeiten, die wir im Studium gelernt haben, im echten Leben umzusetzen. Quasi einen Testlauf vor den Abschlussprüfungen.

Ich bin bereits im Juni mit den Abschlussprüfungen durch gewesen und habe nun noch die Bachelorarbeit vor mir. Das wird noch ein großer Batzen – 30 Seiten über das »Wienerlied«. Aber ich freue mich darauf! Im Anschluss habe ich dann mein Studium hoffentlich erfolgreich beendet mit dem akademischen Titel Bachelor of Music.

  • Wie bist Du eigentlich dazu gekommen Musik zu studieren?

Der Wunsch beruflich etwas mit Musik zu machen kam bei mir schon im Alter von ca. fünf Jahren auf. Damals durfte ich bei der Blaskapelle im Bierzelt den Dirigenten unterstützen und er hat mich damals gefragt, was ich denn mal werden möchte. Meine Antwort war: »Ich werde Musiker.« Dem Wunsch bin ich immer treu geblieben. Ich durfte dann im Alter von sechs Jahren bei einem sehr professionellen und strengen Lehrer Akkordeon und auch Klavier lernen, habe mich allerdings damals schon in die Trompete verliebt. Die kam dann zwei Jahre später, nachdem die Milchzähne heraus waren, ebenfalls dazu. Ich weiß heute, dass der Weg übers Akkordeon der Beste war der mir passieren konnte, allein schon dank der Harmonien, die man somit im Ohr hat.

Damals wollte ich aber unbedingt in der Blaskapelle spielen. Wie es der Zufall will, hat mich der eingangs erwähnte Dirigent, unter seine Fittiche genommen und mir die ersten Schritte auf dem Blasinstrument beigebracht. Der Weg führte mich in die Jugendkapelle, in der ich mit 12 meine ersten eigenen Kompositionen vorgestellt habe. Damals hat das noch niemand so für voll genommen, ein Jahr später haben wir dann allerdings im Musikverein die erste Komposition von mir gespielt, eine Polka im böhmischen Stil. Der Dirigent der Stammkapelle ist mein heutiger Geschäftspartner Hermann Rupp – ein sehr enger Vertrauter und eine wichtige Person in meinem Leben.
Dann kamen weitere Kompositionen und der Wunsch, ein eigenes Blasorchester in Egerländer Besetzung zu gründen. Das habe ich damals mit ein paar Kollegen auch umgesetzt, ich war 15. Zeitgleich nahm ich meine erste Stelle als Dirigent bei einer Blaskapelle an und somit war klar, was nach der Realschule kommt. Der Weg führte mich auf die Berufsfachschule für Musik in Krumbach, anschließend weiter nach Augsburg, dort habe ich vier Semester Konzertfach Trompete studiert bevor ich dann an der Hochschule für Musik und Theater München das künstlerisch-​pädagogische Studium im Fachbereich Volksmusik begonnen habe. Zwischendurch durfte ich noch ein Stipendium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien nutzen, um mich einerseits nochmal ganz der Trompete zu widmen und andererseits in meiner großen Liebe, dem Wienerlied aufzugehen. Nebenher habe ich immer mit Verlagen zusammengearbeitet, als Komponist, Arrangeur und teilweise auch Notensetzer, wollte allerdings irgendwann mein eigenes Ding machen und somit hat es sich ergeben, dass nach dem Studium keine Anstellung an einer Musikschule oder Ähnlichem kommt, sondern der Schritt in die Selbstständigkeit.

  • Wie schaut Dein musikalisches Leben derzeit aus?

Aktuell gestaltet es sich wahnsinnig aufregend. Man kommt irgendwie aus dem sicheren Hafen Studium, hat eigentlich eine ganze Zeit lang genau gewusst was man tun muss, mal mehr mal weniger, aber so prinzipiell war der Weg klar. Die Ensembles die ich mir nebenher aufgebaut habe, sind natürlich immer noch ein großer Bestandteil meines Lebens. Da wären unter anderem die Böhmischen Kameraden die unter meiner Leitung stehen. Mit diesen bin ich nun bereits knapp sieben Jahren in der Blasmusikszene unterwegs. Wir spielen in großer Besetzung, also mit ca. 20 Musikern, allesamt Profis oder Semiprofis und das dient mir in erster Linie dazu, meine eigenen Kompositionen und Arrangements zu publizieren und einzuspielen.

Dann war ich bis zum ersten Lockdown in mehreren Partybands als Keyboarder, Akkordeonist oder Frontman aktiv, wobei sich diese Aktivitäten aktuell komplett erledigt haben. Durch die Krise sind nur wenige Termine geblieben und die Auftragslage in diesem Bereich ist natürlich nicht wirklich vorhanden. Nach wie vor bin ich Dirigent bei zwei Musikvereinen in meiner Heimat – zum einen der Musikverein »Frisch Voran« Syrgenstein e.V. und zum anderen der Musikverein »Elchingen auf dem Härtsfeld« – dies ist schon Baden-​Württemberg, wir liegen ja geografisch am bayerischen Ende der schwäbischen Alb.
Ebenfalls bin ich vielseitig unterwegs bei der Oktoberfestkapelle Mathias Achatz in der ich als Trompeter, Sänger, Keyboarder oder Schlagzeuger eingesetzt werde. Ein ganz besonderes Schmankerl ist die neugegründete Jagawirtmusi – eine Tanzlmusi mit drei Melodiebläsern, Gitarre, Steirische Harmonika und Tuba. Auch hier spielen wir einige Eigenkompositionen von mir. Nebenher laufen die üblichen Projekte als Komponist, Arrangeur, als Pianist auf Hochzeiten, als Akkordeonist auf Geburtstagen, meist im Duo und der Fokus liegt natürlich gerade sehr extrem auf der Firma Donauton.

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