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Toni Brutscher

Toni Brutscher – Skispringer und Musikerlegende aus Oberstdorf

Text: Evi Heigl, Fotos: Fotohaus Heimhuber, Beratungsstelle für Volksmusik Bezirk Schwaben

Sie heißen Auf der Rappenalp, Flugschanzen-Polka oder Am Schilift – berühmt gewordene Stücke eines Musiktrios aus Oberstdorf im Allgäu in den 1950er Jahren. Zugeschrieben sind sie einem Musiker, der das Spiel auf der Harmonika hervorragend verstand und als Gründer dieser Musikformation in Oberstdorf bekannt war: Toni Brutscher (1925-1983). Internationale Berühmtheit erlangte er allerdings nicht mit der Harmonika vor der athletischen Brust, sondern mit Brettern an den Füßen: Toni Brutscher war einer der Pioniere des deutschen Skisprung-Sports.

Die Anfänge des Skifliegens in Oberstdorf

Oberstdorf blickt auf eine lange Skisprung-Tradition zurück. Seit 1925 gibt es die Skisprunganlage am Schattenberg, an der jährlich die internationale Vierschanzentournee stattfindet. Zusammen mit Sepp Weiler und Heini Klopfer gehörte Toni Brutscher in der Nachkriegszeit zum legendären Oberstdorfer Springertrio. In den Jahren 1949 und 1955 holte sich Brutscher den deutschen Meistertitel. Auch bei internationalen Wettbewerben wie der Vierschanzentournee und den Olympischen Spielen war die drei Freunde mehrmals auf den vorderen Plätzen mit dabei.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs durften deutsche Springer aber zunächst noch nicht an Wettkämpfen im Ausland teilnehmen. Als den drei Oberstdorfer Springern 1948 die Teilnahme am Wettbewerb auf der damals weltgrößten Schanze im jugoslawischen Planica verwehrt blieb, traten sie die Flucht nach vorne an: Sie fassten den Plan, sich zusätzlich zur bereits bestehenden Schattenbergschanze eine eigene, große Skiflugschanze in Oberstdorf zu bauen. Sie sollte im Birgsautal entstehen und die Schanze in Planica übertreffen.

Heini Klopfer, der von Beruf Architekt war, erstellte die Pläne zu dieser riesigen Holzkonstruktion. Mit viel Engagement aller Beteiligten konnten die Pläne innerhalb kürzester Zeit umgesetzt werden. Bereits 1950 wurde die Anlage eingeweiht. Kurze Zeit später fand die erste Skiflugwoche mit Tausenden von Besuchern statt. Und siehe da – jetzt wurden in Oberstdorf die neuen Weltrekorde gesprungen. Nach mehrmaligen Umbauten im Laufe der Jahre war die Heini-Klopfer-Skiflugschanze regelmäßig Austragungsort der Skiflug-Weltmeisterschaften. 1972 entstand die heutige Anlage – eine freitragende Betonkonstruktion und eine der größten Skiflugschanzen der Welt.

Toni Brutscher als Musikant

In den 1930er Jahren gab es in Oberstdorf einen Harmonikaclub, in dem diatonische Harmonikas – zumeist das Club-Modell der Marke Hohner – gespielt wurden. Vermutlich war auch Toni Brutscher von diesem Trend beeinflusst und spielte deshalb ein diatonisches Instrument und nicht das chromatische Knopfgriffakkordeon, wie es bei den Triobesetzungen in der Folgezeit Mode wurde.

In dem Gastwirt Toni Gruber und dem Leiter der Oberstdorfer Skischule Ottomäx Titscher fand Brutscher zwei gute Musikanten, die ihn auf Gitarre und Kontrabass begleiten sollten. Das Brutscher-Trio war aus der Taufe gehoben.

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