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Steirerin + Allgäuer = Salzburger

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Ein Musikantenpaar, das sich auf wunderbare Weise ergänzt

Kerstin Schmid-​Pleschonig studierte am Johann-​Josef-​Fux-​Konservatorium Graz Diatonische Harmonika, Hackbrett und Akkordeon. Seit der anschließenden gemeinsamen Studienzeit am Mozarteum fand die Beziehung der steirischen Musikantin mit dem Gitarristen Reinhold Schmid aus Sonthofen ihren liebevollen Lebensmittelpunkt in Salzburg. Heute sind sie längst in der Volksmusikpflege der Mozart-​Stadt fest verwurzelt – unterrichten, musizieren, publizieren. Elisabeth Radauer hat sich mit dem engagierten Musikantenpaar unterhalten.

Text: Elisabeth Radauer Fotos: Irmgard Sinnesbichler, Hans Schröpfer, Michaela Wimmer, Ortwin Hölbling, Viktoria Hofmarcher, Salzburger Volksliedwerk

  • Fangen wir ganz vorne an: Wie habt ihr als Kinder Zugang zur Volksmusik gefunden?

Reinhold: Ich bin eigentlich durch meine ältere Schwester zur Volksmusik gekommen. Sie hat bereits Diatonische Harmonika gespielt und da war es dann naheliegend, gemeinsam zu musizieren, was auch ihr damaliger Lehrer sehr unterstützt hat, indem er oft für Spielgelegenheiten gesorgt hat; keine bezahlten Auftritte, sondern eher im privaten Kreis, wie beispielweise auf der Alm. Später bin ich dann auch im Gymnasium drangeblieben und habe lange in der dortigen Volksmusikgruppe mitgewirkt, die ein Chemielehrer dort gegründet hat. Ab einem Alter von ca. 15 Jahren war ich dann Gitarrist bei drei bis vier Musikgruppen, mit denen ich dann meist wöchentlich geprobt habe.

Kerstin: Ich habe zwar im Alter von 5 Jahren mit dem Akkordeonspiel und zeitgleich auch im Trachtenverein mitzutanzen begonnen, jedoch zur »Volksmusik« bin ich erst so richtig 7 Jahre später gekommen. Meine jüngere Schwester hat Diatonische Harmonika gelernt, und nachdem ich damals auch Knopfgriffakkordeon spielte – jedoch nur im klassischen Bereich – und die Harmonika auch Knöpfe besaß, war die Anziehungskraft einfach zu groß, und ich setzte mich mit dem Instrument intensiver auseinander. Jedoch nahm die Faszination ganz andere, breitere Züge an, und erstreckte sich in weiterer Folge auf die ganze Gattung »Volkmusik«. Dass ich anschließend das Hackbrett-, sowie das Gitarrespiel autodidaktisch erlernte und später dann sogar »Volksmusik« studierte und dieses Feld nicht nur mein Arbeitsbereich, sondern wirklich mein Leben wird, war damals noch nicht abzusehen, zumal ich auch aus einer nicht musikalisch aktiven Familie stamme.

  • Gibt es für Euer musikalisches Tun Vorbilder?

Reinhold: Richtige Vorbilder auf der Gitarre im Bereich »Volksmusik« gab es für mich nie. Ich hatte sehr früh das Glück, aufgrund von Seminarteilnahmen mit meiner Schwester bereits als Kind mit vielen guten Musikanten spielen zu dürfen, wie beispielsweise mit Andi Salchegger, Hansl Auer, Wolfgang Neumüller oder Franz Kofler. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich die Bassläufe vom Reiter Peter von den Hammerauer Musikanten stundenlang von einer Kassette abgehört habe.

Kerstin: Auch für mich gab es keine speziellen aufs Instrument bezogenen Vorbilder. Allerdings hatten und haben diverse gestandene Musikanten verschiedenster Instrumentengattungen nach wie vor nicht nur Vorbildwirkung für mich, sondern meinen absoluten Respekt und ehrliche Anerkennung ob ihres gesamtheitlichen musikalischen Wirkens, das mehr beinhaltet als eine gute, technische Instrumentalausbildung.

  • Wie kann man junge Leute für Musik und speziell »Volksmusik« begeistern?

Reinhold: In erster Linie muss ein Interesse bzw. eine Offenheit zur Art der Musik gegeben sein.
Kerstin: Danach steht und fällt der Bezug bzw. die Faszination dafür stark mit Personen und Gelegenheiten, die durch ein ehrliches, authentisches Erleben bzw. Vorleben verbunden sind. Je mehr ich selbst eine Begeisterung für die Sache, die ich mache, ausstrahle und vermittle – ohne dies permanent verbal formulieren zu müssen –, desto intensiver und selbstverständlicher kann sich dieses Gefühl auch bei den anderen einstellen; vorwiegend sogar unbewusst. Und darum geht es ja schließlich: Um das Erleben, die Erfahrung von (Volks)Musik als eigenes, natürliches Lebensmittel!

  • Welche Schwerpunkte setzt ihr bei den gemeinsamen Seminaren?

Kerstin: Diese Frage kann mit der vorherigen Antwort eigentlich zusammengefasst beantwortet werden [sie zwinkert]. Wir sehen unsere Seminare als Möglichkeit, sich neben den spezifischen Fortbildungsinhalten für die eigene Musikausübung vor allem mit gleich- oder ähnlich gesinnten Menschen zu treffen und auszutauschen. Dies braucht vor allem eine gute und passende Mischung der Rahmenbedingungen, die zum gemeinsamen Singen und Musizieren untereinander anregen sollen, dem Zuhören und Konsumieren von Liedern und Musikstücken – auch von den Referenten dargeboten –, von Gesprächen untereinander bis hin zum geselligen Tanzen. Und genau dieses spontane Reagieren auf die jeweils neue Gruppendynamik und Stimmung macht ein gelungenes Seminar aus. Gelungen in dem Sinn, dass jeder einzelne Teilnehmer zufrieden und beseelt wieder nach Hause fahren kann, egal, wie stark musikalisch aktiv er sich miteingebracht hat oder »nur« genussvoll als Zuhörer dabei und trotzdem wertvoll für die Gesamtstimmung war.

  • Ihr stammt aus sehr unterschiedlichen Regionen Österreichs. In wie weit spielt die volksmusikalische Heimat heute noch eine Rolle im Zusammenspiel? Gibt es Aufgrund der Wurzeln unterschiedliche Ansichten was die jetzige Spielpraxis betrifft?

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