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Kulturreferentin Katharina Ruf

»Das Möglichste möglich machen!«

Kulturreferentin Katharina Ruf erzählt von zwölf Monaten zwischen ­Niedergeschlagenheit und Hoffnungsschimmern

Corona hat das kulturelle Leben in Bayern radikal verändert: Musiker, Sänger, Kabarettisten – Künstler eben – ohne Auftritte, Techniker ohne Bühne, Reinigungskräfte ohne Veranstaltungen, Organisatoren ohne Gäste. Eine Branche, die von den harten Regelungen zur Eindämmung der Pandemie sehr betroffen ist – und das ohne eine Aussicht darauf, wann wieder ein Stück Normalität einkehren kann. Die »zwiefach«-Redaktion hat sich dazu mit Katharina Ruf, Kulturreferentin der Gemeinde Kirchheim b. ­München, unterhalten.

Text: Elmar Walter Fotos: Claudia Topel und Franz-Josef Seidl

  • Liebe Kathi, bitte stelle Dich und Deinen Werdegang den Lesern der »zwiefach« kurz vor?

Werdegang, das klingt so nach Lebenslauf. Das will doch keiner hören [lacht]. Man könnte sagen, die Musik hat mich geführt. Wie eine Lebensmelodie zieht sie sich durch meine Stationen. Von klein auf habe ich gesungen, in verschiedenen Chören und Ensembles, dann schließlich auch solistisch – und so mündete das auch in die Studiengänge Angewandte Musikwissenschaft und Musikpädagogik (BA, Katholische Universität Eichstätt) und Populäre Musik und Medien (MA, Universität Paderborn). Dabei habe ich gemerkt, dass mich nicht nur das selber Musik machen begeistert, sondern ich ebenso viel Freude daran habe, der Musik (und anderen Künsten) eine Bühne zu bieten. Daher ging die Reise auch nach dem Studium in diese Richtung – zunächst als Kulturreferentin im Augustinum Meersburg und jetzt seit über sechs Jahren schon bei der Gemeinde Kirchheim b. München.

  • Wenn man das so liest, könnte man denken, Dein Weg in die Kulturszene war also quasi vorgezeichnet. Du bist ja nicht nur Kulturreferentin, sondern eben auch und vor allem selbst Künstlerin. Wie ist das so, beide Seiten zu kennen?

Großartig, denn mir bereitet beides sehr viel Freude. Denn in beiden Fällen liegt mir ein Ergebnis am allermeisten am Herzen: die Menschen zu berühren. Wenn ich das entweder selber als Moderatorin oder Sängerin schaffe oder als Kulturreferentin die Künstler auswähle, die das Publikum begeistern – was kann es Schöneres geben? Zudem muss ich sagen, dass man, wenn man beide Seiten kennt, sich sehr viel leichter in die anderen, mit denen man zusammenarbeitet, hineinversetzen kann. Und das hilft ungemein. Diese Erfahrung mache ich immer wieder.

  • Zurück zur Kulturreferentin: Du übst dieses Amt nun schon seit über sechs Jahren in der Gemeinde Kirchheim bei München aus. Ein sicherlich nicht immer einfacher Job, so direkt vor den Toren der Kulturmetropole München. Was war denn Deine Idee, Kultur in Kirchheim auch interessant zu machen?

Durch kleine, besondere Angebote. Zum einen, um den Zuschauern auch etwas zu bieten, was sie in München nicht finden können. Zum anderen aber auch, um die kleineren, noch etwas unbekannteren Künstler zu fördern. Denn für mich geht es bei kommunaler Kulturarbeit genau um diese beiden Aspekte: dass die Zuschauer ihren Blick weiten und Neues entdecken und, dass Künstler, die noch nicht die großen Bühnen erreichen, aber auch sehr gut sind, eine Plattform geboten bekommen.

  • Und wie geht es den Künstlern in Deinen Augen in dieser kulturlosen Zeit?

Künstler und Kultur sind eigentlich krisensicher, denn gerade sie schöpfen oft aus schlimmen Situationen Inspiration für ihre Werke und verleihen ihrer Kunst Ausdruck, indem sie ihr Innerstes verarbeiten. Doch dieses Mal ist eines anders: die Kunst kann nicht zu den Menschen gebracht werden. Dem Künstler fehlt also das Feedback – Applaus, Gespräche, Lob, Anerkennung. Das trifft mindestens genauso hart, wenn nicht härter als das fehlende Geld.

  • Die Pandemie hat sicher ja auch Deine Arbeit und Deinen Arbeitsalltag beeinflusst? Wie bist Du damit umgegangen?

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