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Italien, das Land der Katzen

Italien, das Land der Katzen

Italien ist ja schließlich auch irgendwo das Land der Katzen. So besagt ein altes toskanisches Sprichwort »a berlingaccio chi non ha ciccia ammazza il gatto« (»Wer am Gründonnerstag kein Fleisch mehr hat, tötet die Katze«). Nicht zuletzt gehörten bis in die späten 1940er Jahre Katzen zum festen Speiseplan vieler Süditaliener. Aber längst haben sich weniger schmackhafte Katzenrezepte als Cat-watching-Touren durch die Innenstädte von Italiens Metropolen etabliert. Ein Tourismusphänomen, das dem ständig neuen und aufregenden Katzenclick vor pittoreskem Antikendekor nachjagt.

Auch in den italienischen Sprachgebrauch fand das schnurrende Schmeichelgetier selbstverständlich Eingang: »Tanto va la gatta al lardo che ci lascia lo zampino«, was wörtlich »Die Katze geht solange an den Speck bis sie ihre Pfote einbüßt« bedeutet und dem Sinn nach dem Sprichwort »Der Esel geht so lange aufs Eis bis es bricht« entspricht. »Quando il gatto non c'è i topi ballano« findet sich in »Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse«. »Qui gatta ci cova« (wörtlich: »Hier brütet die Katze«) bedeutet so viel wie »Das geht nicht mit rechten Dingen zu«. Etwas vielschichtiger in seiner Bedeutung ist »Avere una gatta da pelare« (wörtlich: »Eine Katze zum Kahlscheren haben«) und bedeutet so viel wie »Sich einer schwierigen Aufgabe annehmen«.

Um gegebenenfalls den Schmeicheleien gerecht zu werden, bezeichnet der Begriff der Gattamorta eine Frau, die einen Mann meist unter Anschein von Schüchternheit und Fügsamkeit umgarnt. Dennoch werden nach Zahlen italienischer Tierschutzorganisationen ca. 60.000 schwarze Katzen aus Angst und Aberglaube in häufig blasphemisch anmutenden Ritualen hingerichtet. Aber wer möchte, zumindest in Deutschland, nicht eine Minka, Diva, Cleopatra, Bella oder Cioccolata schnurrenderweise auf seinem Wohnzimmerflokati räkeln haben?

Armin Weinfurter