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Wenns mal a bisserl lauter sein muss auf der Ziach

Instrumentenpflege

Ein einfaches, aber effektives Mikrofonierungs- System für die Diatonische

Mei, was gibt es nicht alles für Lösungen, um den Klang einer Harmonika für den Bühnenbetrieb zu verstärken. Verschiedenste Mikrofone, mit und ohne Schwanenhals, geklebt, geschraubt, gehängt, gestellt. Nah am Gehäuse muss er sein, der Tonabnehmer, so viel ist klar, wenn man einen guten Sound haben möchte. Aber auf das schöne Verdeck ein Mikro picken – oder, noch schlimmer, Löcher in die Ziach bohren für eine Schraubvorrichtung? Da grausts manch einen schon beim Drübernachdenken. Franz Schmid von HDSmusic hat ein System entwickelt, das ohne gröbere Verletzungen der »Hülle« funktioniert – und sehr gut klingt. Matthias Pürner von der Großstadt Boazn nutzt das HDSmicro für seine Auftritte. Und uns hat interessiert, wie es so hinhaut mit Lautstärke und »Handling«.

»zwiefach«: Matthias, für welche Gelegenheiten braucht deine Ziach eine Mikrofonierung?

Matthias Pürner: Grundsätzlich ist eine Mikrofonierung der Ziach immer dann sinnvoll, wenn sie dem musikalischen Gesamtergebnis dient. Ein entscheidendes Kriterium für die Notwendigkeit tontechnischer Verstärkung ist natürlich die Raumgröße. Daneben spielt aber auch die Besetzung der Gruppe, in der die Ziach eingesetzt wird, eine wichtige Rolle: In kleineren Formationen ist die Steirische meistens ohnehin laut genug, in einer Tanzlmusi-Besetzung mit mehreren Blechbläsern wird es aber schon deutlich schwieriger für den Ziachspieler, sich zu behaupten.

Du hast dich für ein bestimmtes System entschieden. Warum? Was sind die Vorteile?

Das HDS Pro.Micro.System wird innen in das Instrument eingebaut und ist dadurch quasi unsichtbar. Einzig auf der Bass-Seite sind eine Anschlussbuchse und zwei kleine Regler zur Steuerung des Systems zu sehen. Das gefällt mir schon mal sehr gut!

Die Mikrofone sind über die gesamte Höhe des Instruments verteilt und freischwebend eingebaut. So ist eine gleichmäßige Abnahme über alle Oktaven garantiert und störende Tastengeräusche werden minimiert. Alle Mikros werden auf einem Anschluss auf der Bass-Seite der Steirischen zusammengeführt. Melodie- und Bass-Seite werden somit über einen einzigen Kanal gleichmäßig abgenommen. Es sind keine externen Mikros, keine Stative und keine aufwendige Verkabelung notwendig. Und: Durch den Einbau der Mikros unter dem Verdeck gibt es auf größeren Bühnen mit Monitoring keinerlei Probleme mit Rückkopplungen.

Gibts auch Nachteile?

Mei, Nachteile kann man nicht sagen, eher eine kleine »Nebenwirkung«: Durch den Einbau der Mikrofone unter dem Verdeck geht der charakteristische Klang einer Steirischen mit Holzverdeck verloren. Der Klang, den die Mikros aufnehmen, entspricht dem einer Ziach ohne Verdeck und ist dementsprechend ein wenig scharf. Was natürlich der Durchsetzungskraft hilft.

Wenn man mit solchen Mikrofonierungs-Systemen nicht vertraut ist, schaut das erst mal recht kompliziert aus …

Die Bedienung des Systems ist denkbar einfach. Es gibt einen Mute-Taster zum Aus- und Einschalten sowie einen Balance-Regler, der das Lautstärkenverhältnis von Melodie- und Bass-Seite steuert. Der Anschluss an einen Verstärker oder ein Mischpult erfolgt über einen gängigen 6,5 mm Klinkenstecker. Für die Verwendung sind also keine tontechnischen Vorkenntnisse notwendig. Das System eignet sich somit bestens für alle Spieler, die darauf angewiesen sind, ihr Instrument ohne die Hilfe eines professionellen Tontechnikers zu verstärken.

Wie funktioniert der Einbau? Und gibt es etwas, worauf man anschließend besonders achten muss?

Vereinbart man vorab einen Termin, kann das System innerhalb eines Tages eingebaut werden. Die Mikros sind in Abnahmeplatinen integriert. Diese werden entweder in das Verdeck eingeklebt oder auf kleinen Stegen direkt am Korpus befestigt. Melodie- und Bass-Seite werden über ein Kabel verbunden, das durch den Balg geführt wird.

Da das HDS Pro.Micro.System komplett innen im Instrument verbaut ist, sind alle  Komponenten gut geschützt und wenig anfällig für Schäden. Einzig wenn man die Ziach öffnet (z. B. zur Reparatur) muss man darauf achten, die Verkabelung nicht zu beschädigen. Sollten Probleme mit der Elektronik auftreten, ist auf jeden Fall Hilfe vom Fachmann gefragt.

Gibt es ein Fazit?

Das HDS Pro.Micro.System ist einfach in der Handhabung, robust und die Qualität der Tonabnahme ist absolut überzeugend. Damit ist es vor allem in Situationen, in denen kein professioneller Tontechniker zur Verfügung steht, eine überzeugende Lösung.

Franz Schmid und HDSmusic

Franz Schmid von HDSmusic in Fuchstal/Allgäu ist schon seit Jahrzehnten auf den guten Klang von Harmonika und Akkordeon spezialisiert. Dabei hat ihn über die Zeit nicht nur der gute Klang, sondern auch die Optik der Instrumente beschäftigt. Unverfälscht sollen die Instrumente klingen – und auch ausschauen. »Für den Bühnenmusiker«, sagt Schmid, »ist das HDS Pro.Micro.System gerade deswegen gut, weil der Naturklang direkt im Instrument abgenommen wird. Die Technik erlaubt einen hohen Sendepegel ohne Rückkopplung. Und: Es sind keine störenden An- und Aufbauten am Instrument nötig. Somit ist auch die Abnahme-Situation immer gleich. Das vereinfacht das Handling ungemein.« Gut sei auch, so Schmid weiter, der nahezu unsichtbare Einbau, sowohl für den Spieler als auch für den Harmonikahersteller – schließlich wollen beide nicht, dass das Design des Instruments durch Fremdkörper verändert wird. Was macht das HDSmicro aber außerdem zum idealen Ziach-Tonabnehmer? »Hier stellt sich die (Streit-)Frage, was ist denn nun ›normal‹? Eine Mikrofonabnahme hat eigentlich nur eine Aufgabe: den Klang vom Musikinstrument original zu übertragen – d. h. ein ›schlecht‹ klingendes Instrument wird durch HDSmicro niemals verbessert. Ein ›gut‹ klingendes Instrument darf aber auch nicht verschlechtert werden. Das kann HDSmicro perfekt.« Dazu kommt die auch schon von Matthias Pürner beschriebene recht einfache Nutzung. »Das HDSmicro kann mit Kabel oder ungebunden mit dem HDS Pro.Funk benutzt werden«, erklärt Schmid. »Kabelgebunden wird am 5 m langen Steuerkabel, das am Instrument Bass-MicOUT angesteckt ist, die Stromversorgung angebracht und mittels des 6,3 mm Klinkensteckerkabels, das ebenfalls aus dem Adapterkabel kommt, das ›Quetschn‹-Signal (NF) am LINE-Eingang vom Mischpult angesteckt und geregelt. Das Verhältnis Diskant zum Bass ist am Balance-Regler, der sich praktischerweise am Bassdeckel befindet, eingestellt. Das ist die ›Standard‹-Lösung. Sollten Diskant und Bass getrennt übertragen und geregelt werden, ist die Adapter.Box oder der HDS Pro.Funk notwendig. Warum? Weil im Adapterkabel (Standard) die nötigen zwei Klinkenkabel mit Stromversorgung nicht Platz haben. Das würde nur mit einer ›Asienlösung‹ funktionieren – das möchte ich aber nicht.«

Ist das System erst mal installiert, geht es eigentlich schnell »dahi«, man kann sofort loslegen. »Es ist nichts zu beachten. Also nur die üblichen CE-Vorschriften: nicht im Wasser, im Regen usw. spielen.« Und wenn dann wirklich mal etwas kaputt ist? »HDS-music-Technik ist wartungsfrei. Sollte das Instrument zur Reparatur oder zum Service in die Fachwerkstätte, so ist die Harmonika selbstverständlich problemlos in ihre Einzelteile zerlegbar. Alle HDS-Komponenten sind steckbar installiert.« Das klingt ja fast schon zu einfach! Könnte man da nicht auch selber … »HDS-Systeme funktionieren – und das ist durch Kundengespräche nachweisbar – jahrzehntelang. Tatsächlich ist ein ›Eingriff‹ notwendig, wenn ungeschulte Instrumentenreparaturmenschen repariert haben und sich um die Elektronik nix scheren.« Na, dann lieber in die Werkstatt, falls doch einmal etwas fehlt!