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Die Tuba - Teil 2

Text: Elmar Walter; Abbildungen:Restle, Conny/Breternitz, Christian: Valve. Brass. Music. 200 Jahre Ventilblasinstrumente. Berlin 2014.

Die Erfindung der Bass- und Kontrabasstuba in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kommt einer instrumentalen Revolution gleich. Das »Bassproblem« insbesondere der Militärorchester hatte sich endlich gelöst. Doch die neue Erfindung warf gleich wieder einige Probleme auf:

Für die Kavalleriemusik konnten die großen Tuben nicht für die Musik auf Pferden verwendet werden und auch für Marschmusik eigneten sich die Instrumente, deren Hauptbogen oft bis zum Oberschenkel des Musikers reichte, nicht sonderlich gut.
Deshalb fanden sich findige Instrumentenbauer und Militärkapellmeister, die neue Instrumentenformen auf der Basis der Tuba entwickelten, die diesen Ansprüchen besser gerecht werden sollten.

Das Helikon

Die Bezeichnung »Helikon« lässt sich auf den Berg Helikon in Griechenland zurückführen. Dieser ist in der griechischen Mythologie der Sitz der Musen. Der Form des Instruments entsprechend wurde die Namensherkunft auf das griechische Wort »helikos«, »sich windend« (vgl. auch Helix), umgedeutet.

Der genaue Zeitpunkt der Entwicklung des Helikons ist nicht genau feststellbar, ebenso wie der Name des Erfinders. Zwar reichte Ignaz Stowasser im Jahre 1848 in Wien einen Patentantrag für ein entsprechendes Instrument ein, doch hatte Wilhelm Wieprecht bereits 1845 erklärt, dass es derartige Instrumente bereits in Russland geben solle. Er beschreibt diese als Instrumente, die man sich um den Leib hängt, so dass das Schallstück derselben hinter dem linken Ohr auf der Schulter liegt. Das Patent Stowassers geht aber einmal mehr auf die Initiative Wilhelm Wieprechts zurück, der diesen dazu angeregt hatte. Trotz dieser Unstimmigkeiten in Herkunft und Erfindungsjahr scheint es jedoch bemerkenswert, dass Adolphe Sax die Saxtuba annähernd zur gleichen Zeit entwickelt hat. Noch erstaunlicher sind auch die Übereinstimmungen hinsichtlich des Klangideals, denn auch Ignatz Stowasser hob ausdrücklich die ungeheure Tonentfaltung des Helikons hervor, das seiner Aussage nach viermal lauter gewesen sei, als die Tuba oder das Bombardon. Durch die um den Spieler geschlungene Bauform ist das Helikon bei der Reiter- und bei der Marschmusik besser zu tragen als die Tuba.
Wilhelm Wieprecht bemühte sich, das Helikon auch in Preußen einzuführen, doch offenbar kamen die ersten Instrumente hier erst um 1860 in Gebrauch.

Das Sousaphon

Das Sousaphon wurde 1898 auf Anregung des berühmten amerikanischen Komponisten und Kapellmeisters John Philip Sousa (1854 –1936) von der Firma C. G. Conn gebaut.

Andere Quellen datieren das älteste Instrument dieser Art auf das Jahr 1893 und benennen den Instrumentenbauer J. W. Pepper als »Erfinder« eines Instrumentes, das während des Konzertes den Schallbecher nach oben und während der Marschmusik nach vorne ausrichten konnte. Als gesichert kann aber angenommen werden, dass das von Conn hergestellte Sousaphon von der Militärkapelle um John Philipp Sousa verwendet wurde.
John Philip Sousa wurde am 6. November 1854 in Washington D. C. als Sohn des Portugiesen John Antonio de Sousa und der aus dem Odenwaldkreis stammenden Maria Elisabeth Trinkaus geboren und erhielt bereits im Alter von sechs Jahren Musikunterricht vom Vater. Mit 13 Jahren riss er von zu Hause aus und schloss sich einer Zirkuskapelle an. Sein Vater holte ihn aber zurück und schrieb ihn als Lehrjungen bei der Marine-​Band ein. 1875 wurde Sousa aus dem Dienst entlassen und begann diverse Theateraufführungen zu dirigieren. 1880 wurde Sousa Leiter der United States Marine Band und führte eine Reihe von Reformen ein, die dazu führten, dass ein Drittel der Musiker das Orchester verließ. Er leitete das Orchester bis 1892 und gründete im Anschluss daran seine eigene Kapelle. Mit diesem Orchester »tourte« er durch die Vereinigten Staaten und Europa und absolvierte im Jahr 1910 sogar eine Welttournee. 1932 starb Sousa in Reading, Pennsylvania an einem Herzinfarkt. Bereits während seiner Zeit als Lehrjunge und Musiker bei der Marine-​Band begann er zu komponieren. Sein Œuvre umfasst neben einer Vielzahl von Märschen – Sousa schrieb insgesamt 136 Märsche – auch zahlreiche Operetten, Suiten, Lieder, instrumentale Solostücke, Schauspielmusiken und Orchesterwerke. Interessanterweise finden sich auf den Fotos der Sousa-​Kapelle meist Tuben und keine Sousaphone. Dennoch sind diese Instrumente durch Sousas Anregung und einer Namensgebung bekannt. Das Sousaphon war dem Helikon nachempfunden und hatte ursprünglich einen nach oben gerichteten Schalltrichter mit einer vergleichsweise geringen Erweiterung. Seine auffallende Formgebung, den nach vorne abgeknickten Schalltrichter mit extremer Stürzenweite von maximal 660 mm, erhielt das Sousaphon erst 1908. Bei modernen Sousaphonen, die heute als Bass- und Kontrabassinstrumente in F, Es, C und B gebaut werden, kann der Schalltrichter nach Bedarf gedreht und zum einfacheren Transport sogar abgenommen werden. Aus Gründen der Gewichtsersparnis wird seit etwa den 1960er Jahren der Schalltrichter sowie Teile der Röhre, allerdings mit Ausnahme der Ventilmaschine, aus Kunststoff gefertigt. Das Sousaphon wurde rasch in zivile und militärische Blasorchester integriert, und findet häufig in der Dixieland- und Jazzmusik Anwendung.

Tuben in Tenor- und Baritonlage

J. Antoine Zinnen stellt in seinem Lehrwerk Vollständig theoretisch-​praktische Schule für die Messing Tenor-​Instrumente (Mainz, 1882)« folgende Reihung auf: ­Tenorhorn – Batyphone (Euphonium) – Tenortuba.

Das Tenorhorn mit leicht konischer, insgesamt jedoch tromboider Mensur hatte drei Ventile, wurde in Trompetenform gebaut und stand in B. Eine Abgrenzung zu den Basstrompeten ist in der frühen Phase der Entwicklung dieses Instruments kaum möglich.Das Euphonium oder Batyphone (in B) war in Tubaform gebaut, mit weiter Mensur versehen und stand daher den Bassinstrumenten näher. Im Unterschied zum Tenorhorn hatte das Euphonium vier Ventile, was die Auffüllung der Oktave B1 bis B mit Ausnahme des H1, ermöglichte.
Erich Tremmel schreibt hierzu:... Weiter....

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