Jetzt zum Newsletter anmelden!

Sichern Sie sich einen Gutscheincode über 5 Euro, den Sie bei Ihrem nächsten Einkauf im fortes medien Musikmagazin-Shop, ab 20 Euro Warenwert, einlösen können.

Abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter und verpassen Sie keine Aktionen und Neuigkeiten mehr.

Bitte geben Sie eine gültige eMail-Adresse ein.

Der fehlende Hunger nach Musik

Der fehlende Hunger nach Musik

Man kennt Hermann Härtel, den ehemaligen langjährigen Leiter des ­Steirischen ­Volksliedwerkes und erster Geiger der Citoller Tanzgeiger, als einen unbändigen Kreativkopf, der mit seinen zahllosen Initiativen stets das Leben zum Klingen bringt. In zahlreichen Vorträgen, Aufsätzen und Kolumnen hat er sich aber auch intensiv mit dem Thema der akustischen Umweltverschmutzung befasst. Und gerade dann wenn es um die Stille geht, sollte Härtel zu Wort kommen.

Text: Hermann Härtel, Fotos: Martina Unterrainer und Hermann Härtel

Da brüllt der Nachbar »Ruhe!« über die grüne Hecke und ruft damit die Mutter der lärmenden Kinder auf den Plan. Diese sucht eine Lücke im Geäst der Ligusterhecke und meint charmant und kaltschnäuzig zum zürnenden Nachbarn: »Haltns noch ein paar Jahrln durch, dann werden sie mit der ewigen Ruhe reichlich belohnt.«

Das wäre also auch eine Methode, dem Thema einfach mit purem Zynismus an den Leib zu rücken, die Sehnsucht nach Stille, nach der längst fälligen Pause von der Zwangsbeschallung ad acta zu legen, dem Kabarett zu überlassen und Applaus zu spenden. Ja, es gibt halt diese und jene Bedürfnisse, jene der jungen Rebellen die jede Tradition links liegen lassen, auf die Pauke hauen und jene der älteren Generation, welche die Pauke ganz gezielt im Instrumentarium großer Werke eingesetzt haben möchten, wo zuvor sogar das Hüsteln der Verkühlten unterdrückt wird, um dem Dirigenten freie Bahn für den Einsatz zu geben.

Es gibt auch die Freude am ­ungezügelten Rummel ...

...

Aus Hermann Härtels Zitatesammlung

Von der Sehnsucht nach Musik

Dort wo Musik noch mehr mit dem Lebens- und Jahreslauf, mit Gebrauch in Freud und Leid zu tun hat, unterscheidet sie sich grundsätzlich vom Musikmarkt mit seinem Bemühen, durch permanente Beschallung das Gefühl des all überall und ständigen Dabeiseins zu suggerieren. Musik als Lebensmittel dagegen, lebt auch von Enthaltsamkeit, von der Pause, die die Sehnsucht nach Klängen nährt.

Wir sagen zu allem Musik

Während wir Musik als die höchste der Künste preisen, haben wir sie leider nach und nach zur Geräuschkulisse degradiert. Sie ist verkommen zur Dauer – Untermalung des Frühstücks, zum Begleiter im Auto, im Restaurant und verfolgt uns sogar bis aufs Häusl. Von der virtuosen Interpretation der alten Meister bis hin zum elektronisch gefertigten Kaufhaus-​Hintergrundgeräusch – wir sagen zu allem Musik.

Wie klingt die Weltkugel?

Weiterlesen...

Passende Artikel