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Alles nur keine Hosenheber

Die Fatsch, der Gurt, die Geldkatz’ – alles nur keine Hosenheber

Text: Barbara M. Stocker

Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen«, soll Albert Schweitzer (1875 – 1965) einmal gesagt haben. Auf die Musik trifft das sicher zu, auch Katzen bereiten als Haustiere viel Freude. In der Vergangenheit erfüllte noch eine weitere Katze ihren Zweck, die Geldkatze. Sie ist kein geldspeiendes Haustier, sondern ein gürtelartiger Beutelschlauch, den Männer um den Bauch gebunden trugen. Im Taschenwörterbuch der Volkskunde Österreichs weist Arthur Haberlandt 1953 auf die Bedeutung hin: »Gürtel der Männer: bis zu 20 cm und mehr, breite steife Lederbinden, in Tirol Fatschen – zu ital. fascia – genannt, zumeist innen mit einem Lederband versehen, um als ›Bauchranzen‹ oder ›Geldkatze‹ zu dienen, deren Öffnung außen ein Zierschild abdeckt.«

Die Entstehung der Bauchbinden soll auf das 17. Jahrhundert zurückgehen. Die Binden hatten in der Mitte der Innenseite eine Öffnung, in der sich Geld, kleine Wertgegenstände und Papiere gut verstauen oder verstecken ließen. Zum Hosenheben, so wie ein Gürtel, dienten sie nie. »Der lederne Bauchgurt hat keine Tragefunktion, sondern ist eher eine Weiterentwicklung der wollenen Bauchfatschen, die nicht nur medizinische Bedeutung (Wärmehaushalt) hatten, sondern auch als Tasche dienten. Im Wort ›Ranzen‹ steckt noch dieser alte Wortsinn«, schreibt der österreichische Volkskundler Franz C. Lipp. Die Binden trugen nicht überall die gleiche Bezeichnung. Fatsche, Bauchbinde, Bauchranzen, Marktfatsche sind nur einige Begriffe, die heute noch dafür verwendet werden. Woher die Bezeichnung Geldkatze kommt, kann nicht eindeutig geklärt werden. Wie im Reclams-​Kostümlexikon nachzulesen ist, wird angenommen, dass die Lederbinden ursprünglich aus Katzenbälgen hergestellt waren oder dass sie diesen Namen erhielten, weil sie sich an den Körper schmiegten wie eine Katze.
Gingen Bauern auf den Markt, zum Beispiel auf den Stegener Markt, dem einst größten Vieh- und Krämermarkt Tirols, der jährlich im Oktober auf dem Markplatz von Stegen, einem Stadtteil von Bruneck, stattfindet und drei Tage lang dauert, war der Bauchgurt mit der eingenähten Geldkatze sehr nützlich.

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