Editorial

»Musik ist Licht für die Seele,

eine Hymne an das Leben.«

Else Pannek (1932 – 2010)

 

Liebe Sänger & ­Musikanten, liebe Leserinnen & Leser!

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit« … Nichts da, Tür zu, Energiesparen ist angesagt! Bestimmt ist Ihnen in den letzten Tagen und Wochen auch schon ein wenig mulmig geworden, bei dem Gedanken daran, wie die kalte und dunkle Jahreszeit heuer in unseren Breiten ablaufen könnte. Auf welch liebgewordene Gewohnheit müssen wir verzichten? An welcher Stelle muss der Gürtel enger geschnallt werden? Es bleibt spannend, welche Strategien da jeder Einzelne, Kommunen aber auch Vereine und Verbände entwickeln, um halbwegs unbeschadet durch den Winter zu kommen.

Und wie geht’s überhaupt mit unserem Musikleben weiter. Schon im Sommer und Herbst wurde von vielen schwachbesuchten Veranstaltungen berichtet. Ein nicht unerheblicher Teil musste mangels Interesse sogar abgesagt werden. Der Spruch »Stattfinden ist das neue Ausverkauft!« macht unter den Sängern und Musikanten die Runde. Wenn jetzt auch noch steigende Kartenpreise dazukommen, weil die Saalmieten wegen explodierender Energiekosten steigen, dann braucht wohl manche Veranstaltung gar nicht mehr abgesagt zu werden, weil sie erst gar nicht mehr geplant wird. »Aber wehe, wehe, wehe!Wenn ich auf das Ende sehe!« Organisatoren werfen die Flinte ins Korn, Musikensembles lösen sich auf, der Nachwuchs wendet sich anderen Beschäftigungsfeldern zu … hoffentlich bleibt’s bei dieser Schwarzmalerei.
Um das sicher zu stellen, heißt es jetzt auch für unsere Szene zusammenzurücken und das nicht nur, weil das Wärme verspricht. Vielleicht müssen wir nach der Corona-​Hochphase erst die Vorzüge einer musikalischen Live-​Unterhaltung wieder zu schätzen lernen. Werden Sie doch zum Vorreiter, zum neuen Trendsetter: Besuchen Sie zusammen mit Ihren Verwandten und Bekannten ganz bewusst einen Hoagartn, ein Adventsingen, ein offenes Singen oder einen Kathreintanz! Grad zu letzterem sei noch der Energiespartipp 118 des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Energie und Technologie angefügt: »Wer tanzt, friert nicht.«
Aber Galgenhumor zur Seite: Ich darf Ihnen im Namen unserer Verlegerin, der Redaktionspartner und Autoren einen schönen Spätherbst und eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit wünschen. Ich drücke uns allen die Daumen, dass wir uns nicht von Hysterie und Zukunftsangst anstecken lassen und am besten genug Kraft finden, ihr entgegenzuwirken. Musik ist Balsam für die Seele und kann uns auch in diesen Zeiten glückliche Momente spenden. Vergessen Sie nicht danach zu suchen und sich damit zu beschenken, allen Einschränkungen zum Trotz.
Bleiben Sie weiterhin unserer »zwiefach« gewogen. Und wer weiß, vielleicht suchen Sie noch für einen lieben Menschen, einen Sänger, Tänzer, Musikanten oder Volksmusikfreund nach einem besonders nachhaltigen Weihnachtsgeschenk, dann denken Sie doch an unser »zwiefach«-Jahresabo!

Mit musikalisch-​frohlockenden Grüßen,
Ihr Roland Pongratz

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