Editorial

»Zu guada Stund a Liadl,
a lustigs wia a stads,
hoalt vielmal mehra Übl,
als du vermoana tatst.«

Strophe eines Volksliedes

Liebe Sänger & ­Musikanten, liebe Leserinnen & Leser!

Musik ist Balsam für die Seele«, diese Redewendung wurde wohl den Sommer über oft bei Begrüßungs- und Dankesworten nach oder vor Konzerten bemüht. Als nach der großen pandemischen Stille die Sänger und Musikanten endlich wieder auf die Bühne durften, gab es manch rührende Szene ob der einsetzenden klanglichen Seelenmassage. Zuhörern und Aktiven gingen die Lieder und Stückl besonders innig zu Herzen. Oft war es gar nicht der Inhalt, der anrührte, sondern die Klänge, die Harmonien an sich. Eindrücklich wurde uns vor Augen und Ohren geführt, dass die Musik etwas mit unserer Seele macht. Sie zaubert Gänsehaut auf den Körper, beschwingt, animiert. Sie lindert Schmerz, spendet Zuspruch und tröstet uns. Sie hilft uns beim Regenerieren und Entspannen. Sie sorgt dafür, dass unser Hirn Glückshormone ausschüttet. Wie wunderbar!

Die Autoren dieser »zwiefach«-Ausgabe zeigen uns in ihren vielfältigen Beiträgen, wie wir mit Musik leben und sterben können. Sie zeigen auf, welch innige Bedeutung das Singen und Musizieren für den Menschen haben kann. Es geht um musikalische Seelsorge, die Herz und Sinne berührt, bei Bräuchen, bei Auftritten, bei Therapien, beim gemeinsamen Musizieren.
In den kommenden Wochen werden die Tage noch kürzer, das Leben zieht sich wieder verstärkt in die eigenen vier Wände zurück, doch vielfach gibt es die Gelegenheit in Gemeinschaft den Alltag musikalisch mitzugestalten, dazu braucht man kein Musikant oder Sänger mit besonderem Talent oder entsprechender Ausbildung zu sein. Vom Summen beim Zähneputzen bis zum Mitsingen beim Gottesdienst, vom Martinszug bis zum Anklöpfeln, vom Hoagartn bis zum Adventsingen, vom Pfeifen beim Winterspaziergang bis zum Schlaflied für den Enkel wird beim eigenen Tun erfahrbar, wie sehr die Melodien, Rhythmen und Akkorde unsere Seele und die unserer Mitmenschen streicheln.
Ich wünsche uns allen, dass wir diese Erfahrungen auch weiterhin in entsprechendem Maße sammeln können, dass wir dank der Musik der Hektik des Alltags ein wenig entfliehen können, um Ruhe und Entspannung zu finden, die uns allen so gut tut.
Es grüßt Sie, begleitet von den besten Wünschen für den Jahresausklang,

Ihr Roland Pongratz

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