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Rockstar Akkordeon

Von Elvis bis Westernhagen: Rockstar Akkordeon

Elvis Presley und die Beatles spielten gelegentlich für Fans oder im Studio Akkordeon, moderne Popmusiker wie Sheryl Crow tun das Jahrzehnte danach ebenfalls. Bei den Folkrockern von The Pogues war das Akkordeon fester Bestandteil der Band. Heute ist es das im deutschsprachigen Raum beispielsweise beim Kellerkommando und bei Fiddlers Green, während Hubert von Goisern, Herbert Pixner und Attwenger zur Steirischen greifen. Von Bob Dylan und Billy Joel über Konstantin Wecker und Marius Müller-Westernhagen bis zu Max Giesinger, Christina Stürmer und Tyler Joseph, mit einem aufmerksamen Blick in 60 Jahre Musikgeschichte lassen sich unterschiedliche "Sternstunden" des Akkordeons auf der Pop- und Rockbühne entdecken.

Text: Christina M. Bauer; Fotos: SONY BMG ARCHIVE, WARNER MUSIC GROUP, JOBST MEESE, HANS LAUER, MARK SELIGER WARNER MUSIC, WIRLPHOTO

Akkordeon im Rampenlicht der Popbühnen? Das gibt es, wenn auch manchmal über kleine Umwege. So musizieren manche Musiker, die meistens Gitarre oder Keyboard spielen, gelegentlich am Akkordeon. Das gab es schon bei Elvis Presley und den Beatles, und wir sehen das ganz ähnlich noch heute in der Rock- und Popszene. Während einige "nur mal so" spielen, für sich, einige Freunde oder Fans, sind manche Stücke tatsächlich im Original für eine Besetzung mit Akkordeon geschrieben. Außerdem lassen sich eine Menge Pop- und Rocksongs, die zuerst gar nicht für eine Band mit Akkordeon gedacht waren, gut an diesem Musikinstrument interpretieren. Das zeigen uns die unzähligen Coverversionen von Profimusikern, Hobbyakkordeonisten und Ensembles bis hin zu Arrangements für Orchester. Akkordeon dauerhaft in der Besetzung und im Bandsound integriert, das gibt es, ist allerdings seltener. Hier einige Highlights der Pop- und Rockgeschichte, bei denen die Spielbox mit den Durchschlagzungen (mit) im Rampenlicht stand.

Elvis Presley, Wooden Heart (1960)

Elvis stand Zeit seines Lebens nicht nur oft auf der lautstark umjubelten Bühne, sondern außerdem vor einer Menge Filmkameras. Auf die Art kam es 1960 für den Film G.I. Blues (Café Europa) zu einer recht ulkigen Interpretation des alten deutschen Volksliedes Muß i denn zum Staedtele hinaus, und bei der wird Akkordeon gespielt. Elvis hatte das Lied während seines Wehrdienstes in Deutschland (1958-1960) entdeckt. In seiner Version namens Wooden Heart singt er einen teilweise englischen und teilweise den deutschen Text. Das Akkordeon eingespielt hat allerdings jemand anderes. Der Song war 1961 in Großbritannien für sechs Wochen ein Nummer 1 Hit und blieb insgesamt 27 Wochen in den Charts. Seitdem haben ihn eine Menge Musiker gecovert.

The Beatles, We can work it out (1965)

Für den Song We can work it out spielte John Lennon das dem Akkordeon nah verwandte Harmonium. Er hatte das Musikinstrument zufällig im Aufnahmestudio entdeckt. Die Single erreichte 1965 den ersten Platz der Charts in Großbritannien und den USA, in Deutschland landete das Lied auf Platz zwei. Es findet sich 1966 auf dem Album Yesterday and today. Dass die Musiker der Beatles mit Akkordeons in Händen gesichtet wurden, kam auch vor. Klar, dass sich das Unternehmen Hohner besonders über ein Foto von John Lennon mit einer Gola freut. Es entstand 1967 bei der Vorbereitung einer Livesendung für den Fernsehsender BBC.

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Konstantin Wecker (seit 1973)

Musiker Konstantin Wecker kann inzwischen als Urgestein der deutschen Popmusikszene bezeichnet werden. Meist begleitet er seine Lieder am Klavier. In seinen Bands spielt vor allem Jo Barnikel, abgesehen von Klavier und weiteren Musikinstrumenten, immer wieder auch Akkordeon. Gelegentlich mischt noch Multiinstrumentalist Wolfgang Gleixner am Akkordeon mit. Konstantin Wecker selbst ist mit seinen inzwischen 73 Jahren weiterhin munter auf der Bühne unterwegs. Er hat im deutschsprachigen Raum für sein künstlerisches und politisches Engagement verschiedene Kulturpreise erhalten, viele seiner CDs landeten in den deutschen Top 100. Die erfolgreichsten Platzierungen erreichten dabei Ohne Warum (2015, Platz 14) sowie Poesie und Widerstand (2017, Platz 16). Zuletzt erschient 2019 Weltenbrand mit der Bayerischen Philharmonie und Dirigent Mark Mast (Platz 31 der Albumcharts). Neben seinen Popeinspielungen mischt Wecker im Bereich Film, Filmmusik und Musical mit. Im Herbst 2020 soll es eine Tournee in Deutschland, Österreich und der Schweiz geben.

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The Pogues (1982-1996/2001-2014)

Die britisch-irische Band The Pogues mischte ab 1982 die Musikszene mit ihrem Folkpunkrock auf. Sie wurden Inspiration und Vorbild für weitere Folkrockbands. Frontmann und Sänger war Shane MacGowan. Abgesehen von einer rocktypischen Besetzung (Schlagzeug, Bass, Gitarren) war hier das Akkordeon integrierter Teil des Bandsounds. Gespielt wurde es vor allem von James Fearnley, zeitweise dann von James McNally. Den Irish Folk-Einflüssen entsprechend waren Flöte und Banjo mit dabei, gelegentlich Geige. Einen ihrer größten Erfolge hatte die Combo 1987 mit dem Weihnachtssong Fairy Tale of New York. Zwar wurde die Band vor allem in Großbritannien für ihre Alben sowieso mit Silber und Gold Awards überhäuft. Dieser Song brachte ihnen allerdings mit Platz 2 der britischen Charts die beste Chartplatzierung ihrer Karriere und sogar mehrere Platin Awards ein. Eingespielt hat ihn das Ensemble mit Sängerin Kirsty Maccoll. Im selben Jahr gab es zusammen mit der Folkband The Dubliners einen zweiten Top 10 Hit, der immerhin auf Platz acht der britischen Charts landete. Es war eine Version des irischen Folksongs The Irish Rover.

Fotos hier im blog: Hans Lauer, Warner Music Group

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