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"Wir sollten stolz sein"

"Wir sollten stolz sein" - Ksenija Sidorova

Einmal durch die Welt der Klassikbühnen mit Ksenija Sidorova: Festivals von Cheltenham bis Gstaad, Orchester vom MDR Sinfonieorchester bis zum Hong Kong Philharmonic Orchestra, Dirigenten von Parvo Järvi bis Thomas Hengelbrock, Ensemblepartner von Avi Avital und Camille Thomas bis zum Goldmund Quartet, Repertoire von Efrem Podgaits bis George Bizet - und all das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den letzten Jahren. Was sagt die renommierte Akkordeonistin selbst dazu? Sie liebt die Welt der Klassikbühne, und etwas mehr als die großen Orchester mag sie sogar das Spielen mit Kammerorchestern wie der Kremerata Baltica oder dem Kammerorchester des Bayerischen Rundfunks. Die Zeit des kulturellen Lockdown teilt sie zwischen Familie, dem Feilen an künstlerischen Klangvorstellungen und dem Einstudieren neuer Werke von Arturs Maskats, Claudia Montero und Sergej Achunov.

Text: Christina M. Bauer; Fotos: Dario Acosta, Janis Spigovskis, Roberts Blaubuks

Nach dem Lockdown in den baltischen Staaten? Dazu hat die gebürtige Lettin Ksenija Sidorova eine bezaubernde Anekdote parat. "Das wars mit den zwei Metern Abstand, wir können wieder zu unseren fünf Metern übergehen", zitiert sie im Videointerview Ende Juni einen aktuellen Scherz aus ihrer Heimat. Die Musikerin selbst hat bestimmt etwas aus Lettland mit in die Welt genommen, allerdings hat sie über Jahre in London gelebt. Der Wunsch nach einer musikalischen Karriere hat sie einst von Riga dorthin gebracht. Dort absolvierte sie wesentliche Schritte, studierte an der Royal Academy of Music bei Owen Murray und trat mit namhaften Orchestern auf. Seitdem stand sie mit einer Menge renommierter Formationen aus aller Welt und anspruchsvollem Repertoire auf den Bühnen der internationalen Konzerthäuser. Komponisten von überall her schreiben Werke für sie als Solistin. Wenn sie sagt: "Ich sehe mich lieber als internationale Bürgerin, als zu einem oder dem anderen Land gehörend", so kann man das also verstehen.

Konzertsaalkultur im Lockdown

Und heute? Seit einigen Jahren ist ihr Zuhause Madrid. Dort lebt sie mit ihrem Mann und der einjährigen Tochter. Das mit den zwei Metern Abstand wegen des Coronavirus ist in Spanien für viele eine wirkliche Zumutung, wie sie berichtet. Die Leute umarmen sich normalerweise, berühren sich, es gibt Küsschen, es wird gern geredet, und das gern mit wenig Abstand. Ksenija Sidorova fühlt sich wohl in dem Land, das sie zu ihrer Wahlheimat gemacht hat. Der Lockdown hat allen eine Menge Disziplin abverlangt. Immerhin hat sich die Situation nun Anfang Juli verbessert, die Maßnahmen sind weniger drastisch. Trotzdem muss der Mund-Nasen-Schutz weiterhin getragen werden, und das bei 40 Grad. Bei den Temperaturen muss noch das Kunststück vollbracht werden, die kleine Tochter ins Bett zu bekommen. Deswegen findet das Interview abends statt, und so erklärt sich wohl auch der dezente Hauch von Müdigkeit um die Augen der Künstlerin. Trotzdem berichtet sie munter von den neuesten Entwicklungen, und es zeigt sich, dass Fans der klassischen und zeitgenössischen Akkordeonmusik von ihr bald wieder Neues hören können.

Derzeit gibt es für sie wie für viele Künstlerinnen und Künstler allerdings eine virusbedingte Zwangspause. Ihr letztes größeres Konzert hätte sie im März spielen sollen, mit dem Tonhalle Orchester in Zürich und Dirigent Parvo Järvi. Wegen der zu dieser Zeit um sich greifenden Pandemie fiel es kurzfristig aus - und die Musikerin sah zu, dass sie schleunigst nach Madrid kam. Der Lockdown stand unmittelbar bevor, und wenn schon Lockdown, dann wenigstens zu Hause, so ihre Devise. Seitdem mussten alle Auftritte abgesagt werden. Es sieht so aus, als könne der nächste im August stattfinden, beim Engadin Festival in der Schweiz.

Bis dahin teilt die Künstlerin ihre Zeit zwischen ihrer Familie und den Werken, die sie demnächst spielen wird.

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