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Dino Saluzzi

Dino Saluzzi

Dino Saluzzi kann mit 85 Jahren auf ein ganzes kreatives Lebenswerk als Bandoneonist und Komponist blicken. Er ist seit Jahrzehnten einer der wichtigsten weltweiten Repräsentanten des Tango und seiner Weiterentwicklung. Aufgewachsen im ländlichen Argentinien, studierte er einst in Buenos Aires, wo unter anderem Astor Piazolla zu seinen wichtigen künstlerischen Begegnungen zählte. Bekannt ist Saluzzi besonders dafür, dass er Folklore-, Jazz- und Klassikelemente in den Tango integriert. In Kooperation mit der Münchner Musikfirma ECM veröffentlichte er zahlreiche Alben. Im November 2020 erscheint dort seine neueste Einspielung Albores. Saluzzi spielt noch heute das Bandoneon, das er einst von seinem Vater bekam, und hat in seiner Familie inzwischen selbst vielfach die Musik weitergegeben.

Dino Saluzzi über seine Musik und das Bandoneon:

  • Sie hätten alles tun und auch spielen können, warum gerade das Bandoneon?

Ich weiß gar nicht, ob ich das Bandoneon oder es mich gewählt hat. Es gibt Orte auf der Welt, an denen die sozialen Bedingungen das Leben der Menschen stark einschränken. Man trifft das, was man kann. Ich bin in einer kleinen Stadt in einem Ingenio Azucarero, einer alten Zuckerfabrik, geboren. Es gibt dort keine Musikhäuser, in denen man Instrumente kaufen kann. Dort gab es nichts als den Ort zum Leben, sehr schlechte Bedingungen. Es waren Häuser mit schmutzigen Böden.

Die Musikinstrumente, die zur Erholung der Menschen zur Verfügung standen, waren die Gitarre, das Bandoneon und der bombo legüero, eine typische Trommel aus Argentinien. Aber es war mein Vater Cayetano, der Bandoneon spielte. Als ich sieben Jahre alt war, gab er mir mein erstes Instrument, das mich jedes Mal begleitet. Es ist das Bandoneon, mit dem ich noch heute spiele.
Damit ich Musik hören konnte, hatte mir mein Vater eine Vitrola geschenkt, und wir hörten auch Radio. Im Alter von 14 Jahren ging ich dann in die Stadt Salta im Nordwesten Argentiniens, nur dort konnte ich Bücher kaufen, um Musik zu studieren.
Ich hatte das enorme Glück, ein Musikinstrument zu finden, das in Deutschland erfunden wurde, weit weg von meinem Herkunftsort, mit künstlerischen und expressiven Möglichkeiten, die noch nicht vollständig bekannt waren. In Buenos Aires hatte das Bandoneon seine zweite Geburt, die aus der Folklore und dem argentinischen Tango entstand. Das Bandoneon wurde zu einem unumgänglichen Vertreter dieser beiden Musikrichtungen fernab von Deutschland in Argentinien.
Aber in diesen beiden Genres gab es weniger Kunst und mehr Konkurrenz. Es kam zu einer ungewöhnlichen Wettbewerbssituation, die ich bis heute nicht verstehe. Ich habe immer gedacht, dass die Musik eine Suche nach dem Geist und der Verbindung mit den Menschen ist und kein Wettbewerb. Vielleicht ist es eine weitere der Absichten, uns zu unterwerfen.
Das Verständnis für das Bandoneon in Argentinien war begrenzt und nicht wirklich entwickelt, man könnte es viel weiter fassen und auf Freiheit gründen. Zum Beispiel ist es nicht üblich, die Musik von Bach oder Beethoven darauf zu studieren und zu spielen, speziell für die Entwicklung des Kontrapunkts mit dem Bandoneon. Ich verstehe nicht, warum.

  • Wie nah ist die Musik, die Sie heute spielen, an Ihrer eigenen frühen Sozialisation?

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