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Cristiano Lui

Klassiktasten und Tangoknöpfe: Cristiano Lui

Kompositionen von Bach mit dem Xilon Orchester, Tango mit dem Buenos Aires Café Quintet, Solokonzerte von Astor Piazolla bis Richard Galliano, Folk und Chanson, das und mehr beschäftigt Cristiano Lui. So ist fast klar, dass der Musiker aus dem italienischen Latina eine eigene Sammlung von Akkordeons und Bandoneons hat und gern technische Neuerungen ausprobiert. Der Akkordeon-Absolvent des Konservatoriums in Vicenza und Bandoneonschüler von Tango-Maestro Joaquin Amenabar hat über die Jahre überall in Italien, so gut wie allen anderen europäischen Ländern und darüber hinaus gespielt. Im Interview mit dem akkordeon magazin berichtet er von seiner besonderen Beziehung zum Tango, persönlichen Highlights als Orchestersolist und seiner Kooperation mit Placido Domingo junior und senior.

Interview und Text: Christina M. Bauer; Fotos: Manuela Giusto, Archiv Cristiano Lui

Es mag allzu große Zurückhaltung sein, aber sich in der englischen Sprache unterhalten, das ist nicht so Cristiano Luis Fall. So ist es dann ein schriftlicher Austausch, in dem er Ende Mai von sich, seiner Musik und den neuesten Entwicklungen berichtet.

-     Du bist aus Latina, hast du heute immer noch eine nahe Verbindung zu dieser Stadt?

Genau, ich lebe in Latina, dort unterrichte ich Akkordeon und Bandoneon. Ich habe hier mein eigenes Studio, wo ich unterrichte, und wo ich meine Musik- und Theaterprojekte übe.

- Trittst du dort oft auf?

Sowohl in der Stadt als auch in der Provinz, es gibt dort eine Menge Festivals, Theater und Musikorganisatoren.

- Bist du in einer musikalischen Familie aufgewachsen?

Nein, in meiner Familie war niemand Musiker.

- Wie hast du die ungewöhnliche und schwierige Situation der Viruspandemie erlebt?

Erfreulicherweise teilen meine Frau und ich die musikalische Erfahrung. Sie ist Sopranistin, und wir haben die Gelegenheit genutzt, zu lernen und gemeinsam an neuen Vorhaben zu arbeiten.

- Wie ist die Situation im Moment, gibt es viele Verbesserungen?

Langsam normalisiert sich die Situation, aber Konzerte und Liveauftritte sind immer noch nicht möglich.

- Schauen wir uns deine Musik an, hast du als erstes Akkordeon oder Bandoneon gelernt, oder etwas ganz anderes?

Ich habe mit sieben Jahren angefangen, Akkordeon zu lernen, das Bandoneon dann nachher.

- Ich vermute, es ist mehr das Akkordeon als das Bandoneon, das in deiner Heimatregion oft zu hören ist?

Das Akkordeon war immer ein beliebtes Musikinstrument in meiner Stadt, weil es eine Region mit vielen Einwanderern aus Norditalien ist. Sie haben auch populäre Musik mitgebracht.

"Das Akkordeon war immer ein beliebtes Musikinstrument in meiner Stadt, weil es eine Region mit vielen Einwanderern aus Norditalien ist."

-     Wie ist die Beziehung zum Bandoneon und zum Tango in Italien?

Tango ist in Italien eine tief empfundene Realität, besonders in Rom, wo diese Musik jeden Abend in einigen Clubs gespielt und getanzt wird. Allerdings gibt es in Italien vom Norden bis zum Süden keine Stadt, wo man nicht Tango tanzen oder lernen kann. Es ist ein Stil, der zu uns gehört. Es heißt, diese Musik ist entstanden auf Schiffen, die von Europa aus in Buenos Aires ankamen. Im Tango gibt es eine Menge italienische Musik aus den frühen 1900er Jahren.

- Erinnerst du dich an den ersten Song, den du am Akkordeon und am Bandoneon gespielt hast?

Am Akkordeon war die erste Komposition, die ich spielte, der Valzer di Mezzanotte(komponiert von Frank Amodio, Anm. d. Red.), am Bandoneon das Ave Maria von Astor Piazzolla.

- Was war deine Motivation, diese Musikinstrumente zu lernen, und sie weiterhin zu spielen?

Ich sah das Akkordeon zum ersten Mal in der Grundschule. Einer meiner Freunde brachte es mit in die Klasse und spielte einige Lieder. Am selben Tag fragte ich zu Hause meine Eltern, ob ich das lernen kann. Das Bandoneon kam später dazu. Ich war immer fasziniert von der Musik und dem Musikinstrument Astor Piazzollas. Vor etwa zwanzig Jahren begann ich, an Orte zu gehen, wo Tango gelernt wurde, und ich begegnete meinem Lehrer Joaquin Amenabar. Er ist Bandoneondozent am Konservatorium in Buenos Aires.

- Musiker zu sein, war das eine einfache Entscheidung, oder erforderte es etwas Mut, oder sogar so etwas wie Kämpfen?

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