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Editorial akkordeon magazin #75

Liebe Leserinnen und Leser,

etwas Wesentliches schaffen für das Akkordeon, ohne jemals eines gesehen zu haben – die alten Meister des Barock und der Klassik haben das mühelos zustande gebracht. Wer weiß, was sie sagen würden, wenn sie ihre Orgel-, Cembalo- oder Streicherwerke am Akkordeon hörten? Gewandt und klangschön gespielt jedenfalls können wir solche Musik heute von internationalen Konzertsolisten mit Streichorchester vorgetragen hören. Es ist eine wertvolle künstlerische Strömung für das Akkordeon im klassischen Konzertsaal geworden, die Musik von Bach, Mozart, Haydn oder Scarlatti neu und anders glänzen zu lassen.

Auf der anderen Seite sind da all die modernen Werke, die entstehen, Neues, Zeitgenössisches. Musik ist Weiterentwicklung, und wer in die Konzertprogramme schaut, wird sehen: da tut sich was. Es kommt nicht von ungefähr, dass einige der etabliertesten Solistinnen und Solisten am klassischen Akkordeon oft Werke uraufführen und selbst gern schon bei ihrer Entstehung mit den Komponierenden im Austausch sind. Diese Kultur, die einst der dänische Akkordeonist Mogens Ellegaard wesentlich initiiert und vorangebracht hat, wird heute von vielen weiter ausgestaltet. Immer wieder geht es darum, das Akkordeon Komponistinnen und Komponisten vorzustellen und mit ihnen zusammenzuarbeiten.
Manche Akkordeonisten komponieren gleich selbst. Werke von zwei Idolen dieses Ansatzes, Astor Piazzolla und Richard Galliano, sind seit mehreren Jahrzehnten und bis heute auf den großen Bühnen vertreten. Sie werden weltweit von Akkordeonisten jeden Alters gespielt, und das Integrieren von Einflüssen aus Klassik, Zeitgenössischem, Tango und Jazz bis hin zu folkloristischen Musiktraditionen hat sich durch solche Künstler als Teil der Konzertkultur etabliert.
Wir haben uns die heutigen Klassikwelten am Akkordeon aus verschiedenen Perspektiven angesehen. Einige der besten Akkordeonistinnen und Akkordeonisten auf internationalen Konzertbühnen haben mit uns ihre Sichtweise aufs Akkordeon, auf klassisches, zeitgenössisches und stilintegrierendes Repertoire geteilt – und auf Highlights und Hürden ihres Musikerlebens. Sie gaben uns Einblicke in das Entstehen von Akkordeonwerken, und in heutige Wege des Lernens und Lehrens an Musikhochschulen.
Es ist ein kontrastreiches Bild entstanden, mit Stimmen aus verschiedensten Teilen Europas, und wir freuen uns, festzustellen: das Akkordeon hat seinen Platz in den klassischen Konzertsälen gefunden. Jetzt, nachdem sich die Krisensituation wegen des Coronavirus zumindest großenteils (und hoffentlich längerfristig!) beruhigt hat, haben Künstler, Veranstalter und Publikum nach und nach auch wieder etwas davon.
Spannende Neuigkeiten gibt es in dieser Ausgabe außerdem in Sachen Akkordeontechnik, und wie immer ausgewählte Musik und Workshops zum Üben. Viel Freude beim Lesen, Hören und Spielen!

Christina M. Bauer

Sie haben Anregungen oder Anmerkungen? Schreiben Sie gern an: cmb@musikjournalis​tinchristinabauer.de

 

 

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