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Editorial akkordeon magazin #74

Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt Phasen im Leben, da wollen wir bestimmte Dinge einfach nicht mehr hören. Fällt Ihnen etwas ein? Für viele dürften derzeit Virus, Corona, Pandemie, Quarantäne und Ausgangsbeschränkung relativ weit oben auf der Liste stehen. Seit über zwei Monaten wird gewarnt, eingeschränkt, gewaschen, desinfiziert, maskiert und Abstand gehalten, und es ist so gut wie sicher, dass fast jede Nachrichtensendung mit Corona aufmacht, wenn nicht gleich komplett aus diesem Thema besteht, von Sondersendungen ganz zu schweigen.

Davon abgesehen ist eine ungewohnte Stille entstanden. Nicht nur die schöne Stille der Natur, sondern auf einmal dauernde Ruhe in Clubs, auf Festivalbühnen, in Tonstudios und Proberäumen, also überall, wo sonst Musik gespielt wird. Geblieben ist vor allem das Internet. Das ist bei Weitem nicht dasselbe wie ein Livekonzert, es ist aber immerhin ein Weg, um Musik von Mensch zu Mensch zu bringen, abgesehen von Tonträgern wie Downloads und CDs. Die letzten Wochen brachten ein echtes Hoch für Livestreams, Musikvideos, Onlineworkshops und ähnliche Formate in buchstäblich allen Stilen. Akkordeonisten waren da ebenfalls rührig am Werk. Wir haben einen Teil der zahlreichen Aufzeichnungen von Berufs- und Hobbymusikern ausgewählt und in unserer Neue Akkordeonmusik und einer Quarantine Accordion Playlist bei YouTube dokumentiert. Es gibt natürlich noch eine Menge mehr. Wer weiß, womöglich bleibt nun etwas von diesem "mehr" an Onlineformaten bestehen. Es ist eine für die meisten von überall erreichbare Erweiterung für die Kulturwelt. Ein kompletter Ersatz für Begegnungen von Mensch zu Mensch ist es nicht.

Wenn wir uns mit vorsichtigem Optimismus die aktuellen Lockerungen ansehen, könnte es bald wieder Livekonzerte geben. Irgendwann werden Festivals möglich sein. Jetzt heißt es bei allem zuerst noch: vorsichtig sein, und das völlig zu recht! Niemand möchte mit allzu unvorsichtigem Verhalten in kürzester Zeit eine neue Quarantäne verursachen und Menschen unnötig ins Krankenhaus bringen. Die unvermeidlichen Vorsichtsmaßnahmen vorausgesetzt wünschen sich aber fast alle wieder mehr Normalität. Das gilt gleichermaßen für den Kulturbereich. Jedes Konzert und jeder Workshop, der mit Menschen live vor Ort stattfinden kann, ist ein Fortschritt.

Natürlich ist dieses Heft ebenfalls eines aus der Quarantäne geworden. Es gab besonders viele Videointerviews, Recherchen in Büchern, Archiven und online, Besprechungen per Video, Mail und Telefon, und weniger persönliche Begegnungen als sonst. Nachdem sich das Infektionsgeschehen inzwischen etwas beruhigt hat, werden jetzt Vor-Ort-Recherchen und persönliche Begegnungen wieder einfacher. Und doch haben uns auch dieses Mal eine Menge interessante Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt sehr spannende musikalische und persönliche Einblicke gegeben. Im Mittelpunkt steht in diesem Heft das Akkordeon in Rock und Pop. Es gab und gibt in dieser Richtung ein bemerkenswertes Spektrum an Akkordeonisten und Bands.

Offenbar hatten so manche Hobbyspieler außerdem die letzten Wochen besonders oft Zeit zum Üben. Einige haben neu mit Akkordeon angefangen. Womöglich hat sogar die Quarantäne ihre guten Seiten. Für den Fall, dass nun also alles "weggeübt" ist, bringt diese Ausgabe besonders viel Originalmusik mit. Da ist der fünfte - und vorerst letzte - Teil des gelungenen Workshops für Solo-Akkordeon von Klaus Paier und ein Ausblick auf einen neuen Improvisationsworkshop von Peter M. Haas. Unsere Gastkomponistin Wendy McNeill teilt einen ihrer schönsten Songs, und Akkordeonist Alexander Tulinov ein Stück aus seinem aktuellen Repertoire. Er hat es für die Leser des akkordeon magazins für Soloakkordeon arrangiert.

Womöglich gibt es bis zur nächsten Ausgabe wieder erste Ensembleproben und Konzerte. Wir bleiben vorsichtig - und hoffen auf Fortschritte.

Wie immer viel Freude beim Lesen, Hören und Spielen!

Christina M. Bauer