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Editorial akkordeon magazin #73

Tradition oder Traditionen?

Liebe Leserinnen und Leser,

Tradition ist ein vielbeschworener Begriff. Verlässlichkeit, Beständigkeit, ein gemeinsames Kulturgut, etwas Verbindendes, all das wird damit gern assoziiert. Nun kann sich jeder fragen, wann das Lied, der Tanz, der Musikstil oder die Art der Darbietung als traditionell anzusehen ist. Damit etwas tradiert (also wörtlich übersetzt: überliefert) werden kann, muss erst mal etwas da sein. So gesehen hat jede Tradition einen Anfang und möglicherweise ein Ende, oder, wahrscheinlicher, eine Veränderung oder Weiterentwicklung. Was heute von vielen als neu, unerwartet oder außergewöhnlich wahrgenommen wird, könnte morgen Tradition sein. In diesem Heft beleuchten wir aus verschiedenen Perspektiven unsere Volksmusiktradition, und das, was Musiker daraus machen. Dazu haben wir ganz unterschiedlichen Künstlern vor allem aus dem deutschsprachigen Raum zugehört und mit ihnen über ihre Ideen und ihre Musik gesprochen. Aus der Zusammenschau lässt sich etwas von der nahezu unbegrenzten Vielfalt erahnen, die entsteht, wenn Volksmusik auf andere Stile trifft.

Die Schweizerin Erika Stucky etwa integriert Jodeln, Blues und Folk in ihrer Musik. Warum das aus ihrer Sicht ganz alltäglich erscheint, und was das mit ihrer Biografie zu tun hat, darüber hat sie uns Genaueres berichtet. Der Südtiroler Herbert Pixner mag traditionelle Volksmusik, hat mit seinen Ensembles aber ein Repertoire entwickelt, das gleichzeitig Stile von Weltmusik über Jazz bis Rock einbezieht. Wie das entstanden ist, und warum er Stilgrenzen nicht für so wichtig hält, darüber konnten wir im Interview mehr erfahren. Das fränkische Kellerkommando ist inzwischen weit über Franken hinaus für ungewöhnliche Songs mit Digitalakkordeon, traditionellen Liedern und Hiphop-​Beats bekannt. Und das niederbayerische Ensemble Äff-tam-tam? Diese Combo hegt die hiesige Tradition von Boarischen bis Zwiefachen und von Volkstanz bis Gasthaus auf hohem Niveau. Noch viele andere Künstler haben mit uns ihre unterschiedlichen Perspektiven auf die (volks-)musikalische Tradition und ihre Bedeutung geteilt.
Ein Verlagsjubiläum gibt es dieses Jahr ebenfalls zu feiern, und so war das akkordeon magazin zu Besuch in der Schweiz bei AME, um dort Genaueres über vierzig ereignisreiche Verlagsjahre zu erfahren. In Sachen Sound haben uns einige Musiker ihre Erfahrungen mit der Mikrofonierung des bayerischen Unternehmens HDSmusic mitgeteilt. Der österreichische Musiker und Dozent Thomas Holzer berichtet im Interview über das durchschlagende Erfolgskonzept seiner Quetschn Academy mit Stefan Kern. Klaus Paier mit dem vierten Teil seines Soloworkshops und Gastkomponist Matthias Matzke stellen unseren Lesern ausgewählte Stücke zum Üben vor. In die digitale Version des akkordeon magazins haben wir wie immer gleich die passenden Übungsdateien zu den Musikstücken mit eingebaut. Eventuell möchten Sie ab und an auf unserem begleitenden Blog vorbeischauen: https://fortes-​medien.shop/blog/
In Zeiten der Coronaepidemie ist schwer abzusehen, wie viele Festivals, Konzerte, Veranstaltungen und Versammlungen in den nächsten Wochen und Monaten noch abgesagt werden müssen. Wir hoffen, dass alles so glimpflich wie möglich vorbeigeht. Passen Sie auf sich und andere auf und bleiben Sie gesund!

Viel Freude beim Lesen, Hören und Ausprobieren!

Christina M. Bauer

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